Neuer Zündstoff

Street-View-Autos schnappten auch E-Mails via WLAN auf

Web
25.10.2010 11:26
Googles Street-View-Kamerawagen haben bei ihren Fahrten zum Teil auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter aufgezeichnet. Das hätten Behörden-Untersuchungen ergeben, teilte Google in einem Blog-Eintrag mit. Um den neuen Zündstoff abzuschwächen, hat Google nun eine neue Position für mehr Datenschutz namens "Director of Privacy" geschaffen.

In dieser Funktion soll Alma Whitten die Einhaltung der Privatsphäre bei Entwicklungsarbeit und im Produktmanagement überwachen. Die Mitarbeiter sollen zusätzliche Schulungen erhalten, schrieb Google-Manager Alan Eustace. Außerdem werde die Kontrolle beim Umgang mit Nutzerdaten verschärft.

Google hatte im Mai eingeräumt, dass die Kamerawagen, die Bilder für den Online-Straßenatlas Street View machten, auch Informationen aus unverschlüsselten WLAN-Netzen aufgezeichnet hatten. Das sei durch einen Software-Fehler passiert und lange nicht aufgefallen. Die Informationen seien nur sehr bruchstückhaft mitgeschnitten worden, da die Empfänger in den Autos fünfmal pro Sekunde den Kanal gewechselt hätten.

E-Mails und Passwörter gefunden
Google betont, die Informationen nicht ausgewertet, sondern den Datenschutz-Behörden übergeben zu haben. Erst bei deren Untersuchungen sei aufgefallen, dass auch ganze E-Mails, Internet-Adressen und Passwörter unter den Daten seien. Die Untersuchungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, so ein Google-Sprecher. Die Firma habe die Behörden von Beginn an unterstützt, betonte dieser.

Google-Manger Eustace schrieb in dem Blogeintrag: "Wir sind beschämt darüber, was passiert ist". "Wir wollen diese Daten so schnell wie möglich löschen und ich möchte mich erneut dafür entschuldigen, dass wir sie überhaupt aufgezeichnet haben."

WLAN-Hotspots sollten Nutzern dienen
Die Fahrzeuge sollten eigentlich nur eine Art Karte der WLAN-Sender erstellen, als Unterstützung für GPS-Orientierungsdienste. Mit Hilfe der Signalstärke bekannter WLAN-Hotspots kann man recht genau die aktuelle Position zum Beispiel eines Handys bestimmen. Das hilft unter anderem, wenn es kein gutes Signal von GPS-Satelliten gibt. Das Verfahren wird auch von anderen Anbietern genutzt.

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