16.10.2020 09:12 |

Grünheide bei Berlin

So viel Wasser benötigt Teslas künftige Gigafabrik

Die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide nahe Berlin soll rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen - die Vorbereitungen für die Leitungen sind bereits in vollem Gang. „Wir müssen sie an unser vorhandenes Netz anschließen“, sagte eine Sprecherin des Wasserverbands Strausberg-Erkner der Deutschen Presse-Agentur. Das Netz verlagere sich wegen des Großabnehmers Tesla in den Süden.

Die Genehmigungen verschiedener Behörden und Grundstücksfragen stünden noch aus. Die größte Herausforderung beim Bau der Wasserleitungen ist nach Angaben des Wasserverbands das Schmutzwasser, das in die westlich gelegene Stadt Erkner geleitet werden soll. Das Trinkwasser soll aus Freienbrink im Süden kommen. Wann der Bau der Wasserleitungen beginnen kann, ist bisher offen. „Die reine Bauzeit sind zwei bis drei Monate“, sagte die Sprecherin. Tesla unterzeichnete kürzlich den Vertrag zur Wassererschließung, in dem es um Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die erste Ausbaustufe der Fabrik geht.

Wasserverbrauch soll bei Ausbau steigen
Der Autobauer hatte seinen prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze nach Kritik von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr gesenkt. Der Verbrauch soll bei einem Ausbau nach den Plänen steigen. Im Entwurf für den geänderten Bebauungsplan der Gemeinde Grünheide heißt es: „Perspektivisch müssen zusätzliche 2,15 Millionen Kubikmeter pro Jahr bereitgestellt werden. Dabei sind weitere Kapazitäten zu erschließen.“ Langfristig sei sogar eine Versorgung mit weiteren 15,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr möglich.

Wasser für Baustelle vorerst abgedreht
In Grünheide will Tesla vom kommenden Sommer an Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500.000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern geplant. Umweltschützer und Anrainer befürchten negative Folgen für Natur und Grundwasser durch den Bau. Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht aus, Tesla baut aber mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Der Wasserverband Strausberg-Erkner hatte nach eigenen Angaben das Wasser für die Baustelle abgestellt, weil das Geld dafür bisher nicht eingetroffen sei.

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