02.09.2020 20:02 |

FBI ist besorgt:

Smarte Türklingeln sind Gefahr für Polizisten

Smarte Türklingeln mit Kamera und Internetanbindung geben Hausbesitzern ein Gefühl der Sicherheit, immerhin informieren sie auch dann über Besucher, wenn man nicht zu Hause ist. Bei Polizisten sind die Geräte dem Sicherheitsgefühl allerdings eher abträglich, wie aus einem internen Dokument der US-Bundespolizei FBI hervorgeht. Sie sehen sich durch die Geräte in ihrer Arbeit behindert.

Intelligente Türklingeln überwachen das Geschehen vor der Haustür, liefern Echtzeit-Videos auf das Smartphone des Besitzers und ermöglichen diesem sogar, mit Besuchern zu reden, wenn er gar nicht daheim ist. Kein Wunder, dass die smarten Geräte bei vielen Hausbesitzern en vogue sind und immer mehr Haustüren in den USA zieren.

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Wenn so etwas während der Ausführung einer Suchoperation im Einsatz ist, könnten potenziell Verdächtige von der Präsenz der Strafverfolger erfahren und Bilder von ihnen aufnehmen.

FBI-Dokument zu smarten Klingeln

Das Problem: Wie aus einem durchgesickerten FBI-Dokument hervorgeht, erhöhen solche Geräte nicht nur das Sicherheitsgefühl unbescholtener Hausbesitzer, sondern auch jenes von Kriminellen. Im von „ZDNet“ zitierten FBI-Dokument heißt es: „Wenn so etwas während der Ausführung einer Suchoperation im Einsatz ist, könnten potenziell Verdächtige von der Präsenz der Strafverfolger erfahren und Bilder von ihnen aufnehmen, was ein Risiko für ihre momentane und zukünftige Sicherheit darstellt.“

Verdächtiger erfuhr am Handy von Durchsuchung
Ein Beispiel für einen solchen Fall: Vor drei Jahren habe man ein Privathaus besucht, um es zu durchsuchen. Der Verdächtige war nicht zu Hause, wurde aber von seiner smarten Klingel über den polizeilichen Besuch informiert, ging den Ermittlern folglich aus dem Weg. Auch bei Hausstürmungen könnten vernetzte Türklingeln - genau wie Überwachungskameras allgemein - für Gesetzeshüter zum Problem werden, immerhin kann ein Krimineller in einem Haus damit genau verfolgen, wo die Polizisten Stellung beziehen.

Ein weiteres Problem, das für die Nutzer vernetzter Kameras juristisch heikel werden kann: Immer wieder werden Aufnahmen aus vernetzten Klingeln oder Kameras in soziale Medien gepostet, was mitunter zur Hexenjagd ausarten und Unschuldige zu Verdächtigen machen kann, noch bevor die Polizei überhaupt mit ihren Ermittlungen beginnt.

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