28.08.2020 10:31 |

Corona-Pandemie

Erklärung des Kanzlers zur Lage der Nation

Sebastian Kurz startet am Freitag mit einer Erklärung zur Lage der Nation in den Herbst. Wie die „Krone“ bereits vorab erfuhr, wird der Bundeskanzler in seiner rund 20-minütigen Ansprache an die Bevölkerung darauf eingehen, dass die Corona-Pandemie voraussichtlich kürzer dauern werde, als viele Experten ursprünglich angenommen haben. Er rechnet sogar damit, dass eine Rückkehr zur Normalität bis Sommer 2021 möglich sei. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass es im Herbst noch einmal zu einer Verschärfung der Maßnahmen kommen könnte. Weitere Themenblöcke in seiner Rede werden Arbeit und Wirtschaft, Digitalisierung und Bildung sowie sozialer Zusammenhalt sein.

Am kommenden Mittwoch findet der erste Ministerrat nach der Sommerpause statt. Bis dahin will die Regierung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen beraten. Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, wäre etwa eine neuerliche Ausweitung der Maskenpflicht auf alle Geschäfte und die Gastronomie, Beschränkungen bei Veranstaltungen oder Abstandsregeln für das Büro möglich.

„Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und Winter“
„Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und Winter. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es nächstes Jahr eine starke Entlastung durch mögliche Impfstoffe und Medikamente geben wird, sodass wir im Laufe des Jahres voraussichtlich wieder unser normales Leben führen werden können“, stellte der Bundeskanzler, der am Donnerstag seinen 34. Geburtstag feierte, eine baldige Normalisierung des Alltags in Aussicht.

Wüste Attacken der Opposition auf Kurz
Am Donnerstag wurde Kurz für seine Corona-Erklärung von der Opposition scharf attackiert. „Es ist lachhaft, wenn Kurz mit der türkisen Glaskugel in der Hand als angeblicher Heilsbringer und selbst ernannter Virusexperte auftritt“, kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. Für FPÖ-Chef Norbert Hofer wiederum sei der Begutachtungsentwurf für das Covid-19-Gesetz durchgefallen. „Das zeigen die massiven Kritikpunkte von allen Seiten.“ Daher fordere er den Kanzler auf, Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) abzuberufen: „Das Maß ist voll.“

Schnelltests sollen Besuche in Heimen sichern
Unterdessen plant die türkis-grüne Bundesregierung im Hinblick auf die Corona-Krise ebenfalls Maßnahmen zur Bekämpfung der Alterseinsamkeit. Mehrere Ministerien sollen gemeinsam mit den Bundesländern an der Schaffung eines sicheren Umfeldes für Pflegeheime und Krankenhäuser arbeiten, um auch weiterhin bei möglicherweise wieder steigenden Infektionszahlen im Herbst und Winter Besuche und Kontakt zu ermöglichen, hieß es aus dem Kanzleramt.

Regierung plant „Pakt gegen die Einsamkeit“
Der „Pakt gegen die Einsamkeit“ soll auch Thema bei der Erklärung von Kurz sein, der sozialen Zusammenhalt und zivilgesellschaftliches Engagement ansprechen will. „Jeder Mensch in Österreich hat es sich verdient, in Würde zu altern. Dazu gehört auch, dass man sich nicht alleine fühlt und die eigene Familie sowie Freunde regelmäßig sehen kann“, meinte Kurz im Vorfeld seiner Erklärung.

Derzeit 95.000 Menschen in Pflegeeinrichtungen untergebracht
Die Alterseinsamkeit habe sich in Zeiten der Corona-Pandemie durch Besuchsverbote in Altersheimen oder Krankenhäusern massiv verschärft, um Risikogruppen, wie ältere Menschen, zu schützen. Allein in Pflegeeinrichtungen seien derzeit rund 95.000 Menschen untergebracht, hieß es aus dem Kanzleramt.

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