„Hitze-Notfallpaket“

Greenpeace fordert Gratiseintritt in Bäder

Österreich
26.06.2026 11:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Österreicherinnen und Österreicher schwitzen dem Höhepunkt der Hitzewelle mit bis zu 40 Grad Celsius entgegen. GeoSphere Austria hat wegen der Hitzewelle für das kommende Wochenende sogar die höchste Wetter-Warnstufe für den Nordosten Österreichs inklusive des Raumes Wels/Linz sowie in Graz, Klagenfurt und Villach ausgerufen. NGOs fordern nun ein „schnelles Hitze-Notfallpaket“.

Dazu listet Greenpeace sechs Sofortmaßnahmen auf:

  • Öffentliche Bäder in ganz Österreich an Tagen mit 35 Grad oder mehr sollen für alle kostenlos sein.
  • Gekühlte Orte ohne Konsumzwang in Städten, die innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind – dafür müssten etwa „öffentliche Gebäude auch am Wochenende geöffnet werden“
  • Mehr mobile Brunnen im öffentlichen Raum
  • Kostenloses Trinkwasser in Restaurants und Cafés spätestens ab 35 Grad Celsius
  • Schulen sollen „an kühleren Orten unterrichten“ oder „hitzefrei“ geben können
  • Gratisfahrten mit Öffis für alle bei extremer Hitze
  • Hitzeschutz in Mietwohnungen

Greenpeace: „Maßnahmen, die sofort entlasten“
„Mittelfristige Maßnahmen, wie die Entsiegelung von Betonwüsten und eine Sanierungsoffensive, sind längst überfällig. Jetzt brauchen die Menschen aber unbedingt Notfallmaßnahmen, die sofort entlasten“, sagte Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace.

Rufe nach Sonderbudget für Renaturierung
Mittelfristig müsse insbesondere der ausständige nationale Renaturierungsplan finanziert werden, heißt es vom WWF. „Offene Böden, gesunde Bäume, lebendige Gewässer und intakte Feuchtgebiete speichern Wasser wie ein Schwamm und sorgen für spürbare Abkühlung im Alltag“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs. Finanzminister und Landeshauptleute sollten Gespräche über ein Sonderbudget für die Renaturierung aufnehmen.

Die Caritas weitet ihr Hitzepaket aus. Caritasdirektor Klaus Schwertner betont die bereits jetzt große Nachfrage: „Beim Louisebus, unserer mobilen Arztpraxis, müssen unsere Ärztinnen und Ärzte aktuell mehr Menschen mit Kreislaufproblemen und niedrigem Blutdruck behandeln. Unsere Streetwork-Teams verteilen Wasser, Kopfbedeckungen und Sonnencreme – so viel wie selten zuvor. Und gleichzeitig versuchen wir, besonders vulnerable Menschen in Quartieren unterzubringen und sie auf geöffnete Klimaoasen in den Pfarren hinzuweisen.“

In diversen Wetter-Apps werden für die nächsten Tage Hitzewarnungen ausgewiesen.
In diversen Wetter-Apps werden für die nächsten Tage Hitzewarnungen ausgewiesen.(Bild: APA/MAX HERBST)

Streetwork-Teams stoßen an ihre Grenzen
Bei der Unterbringung in Notquartieren stoßen die Streetwork-Teams zunehmend an Grenzen. „Die Kapazitäten sind knapp“, schildert Sozialarbeiterin Susanne Peter. Was im Winter möglich ist – genügend Betten bereitzustellen -, solle auch für den Sommer gelten.

Wer Menschen in der Hitze in einer Notlage sieht, kann Schlaf- und Aufenthaltsplätze etwa in der Gruft unter 01/587-87-54 melden. Im Notfall sollte man die Rettung unter 144 alarmieren.

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