Die drohende Hitze beim Großen Preis von Österreich lässt die meisten Formel-1-Fahrer kalt. Für das Rennen am Sonntag (15.00 Uhr) werden bis zu 36 Grad in Spielberg erwartet, weshalb der Weltverband FIA eine Hitzewarnung ausgesprochen hat. Piloten wie Sergio Perez nehmen es locker. „Ich bin Mexikaner, für mich ist es nicht so heiß. Es bringt mich zum Lachen, dass sich die Europäer über diese Hitze aufregen. Für mich ist es normal“, sagte der Cadillac-Fahrer und grinste.
Ähnlich fühlt sich WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli. „Ich bin Italiener, deswegen bin ich dieses Wetter gewohnt“, sagte der 19-jährige Mercedes-Shootingstar am Donnerstag. Natürlich sei es aber sehr warm und man werde im Auto gut schwitzen. Erstmals in dieser Saison und zum erst dritten Mal seit Einführung der neuen Regel im Vorjahr haben die Piloten nun die Möglichkeit, Shirts mit einem speziellen Kühlflüssigkeitssystem unter dem Rennanzug zu tragen. Zuletzt war dies vergangenen Oktober in Singapur sowie in Austin der Fall.
Viele Fahrer verzichten auf Kühlsystem im Cockpit
„Jedes Mal, wenn ich diese Weste benutzt habe, hat es nicht so gut funktioniert“, blickte Antonelli auf Probleme mit dem Kühlsystem zurück. „Danach war ich ziemlich fertig.“ Das System sei zwar weiterentwickelt worden, der Teenager werde aber trotzdem freiwillig darauf verzichten. Als Gewichtsausgleich müssen Fahrer dann einen zusätzlichen Ballast von 0,5 kg im Cockpit mitführen, um keinen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Max Verstappen ist ebenfalls kein Freund des Kühlsystems im Cockpit. Eine gekühlte Flüssigkeit (Glycol) wird über ein System winziger Röhrchen gepumpt, diese sind in ein Shirt eingearbeitet. Sollte das System fehlerhaft sein, könnte sich die Kühlflüssigkeit aber auch schnell erhitzen. Verstappen werde deshalb nur eine spezielle Eisweste vor dem Einsteigen ins Auto tragen, erklärte der Red-Bull-Pilot. „Es ist heiß, aber es ist okay.“ Das Fahren der Boliden sei außerdem nicht so kräftezehrend.
Fans müssen mehr leiden als die Fahrer
Sein Teamkollege Isack Hadjar gehört ebenfalls zur Fraktion, die noch keine guten Erfahrungen mit den Kühlwesten gesammelt hat. „Es hilft wirklich gut, für zehn Minuten. Dann ist es wieder warm“, sagte der Franzose. Richtig heiß werde es sowieso nur, wenn das Auto steht. „Wenn wir fahren, ist es nicht so schlimm. Mit dem offenen Cockpit haben wir eine gute Klimaanlage“, betonte Hadjar. Es gibt mit Oscar Piastri aber auch Piloten, die auf das Kühlsystem setzen. „Wenn das System gut funktioniert, kann es ein wenig helfen“, sagte der McLaren-Fahrer, der sich mit Saunagängen im Vorfeld akklimatisiert hatte. Ein kompletter Gamechanger sei es aber auch nicht.
In der Formel 1 geht es auch heißer, der Hitzerekord bei einem Rennen von 42,5 Grad Celsius wurde 2005 in Bahrain aufgestellt. In der Steiermark wird die Hitze vor allem die Fans auf den unüberdachten Tribünen am Red-Bull-Ring treffen. Die Veranstalter empfehlen das Tragen einer Kopfbedeckung und stellen kostenlose Wasserspender sowie Sonnencreme zur Verfügung. Zudem sind Flaschen (kein Glas) bis maximal 1,5 Liter am Gelände erlaubt.
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