Illegale Software

Österreich gehört trotz Anstieg zu den “Good Guys”

Digital
13.09.2010 10:33
Ein Viertel der Programme in Österreich ist im Vorjahr nicht legal gekauft worden. Damit fehlten alleine hierzulande rund 157 Millionen Euro in den Kassen der Softwareunternehmen. Trotzdem zählt Österreich, was den Anteil illegaler Software betrifft, zu den Ländern, die als "Good Guys" gelten, so die Business Software Alliance (BSA), führender Verband der Softwareindustrie, dem unter anderem Apple, Adobe und Microsoft angehören.

Weltweit stammen 43 Prozent aus dunklen Kanälen, was einem Schaden von umgerechnet rund 39,3 Milliarden Euro entspricht. Laut Georg Herrnleben, BSA-Direktor für Zentral- und Osteuropa, entgehen damit auch den Staaten enorme Steuern sowie Arbeitsplätze. Für den Anstieg - in den Jahren zuvor ging der illegale Anteil zurück - macht er vor allem Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien verantwortlich, wohin aktuell sieben von zehn verkauften Computern gehen.

Dass Österreich im Vorjahr zu den 19 Ländern weltweit gehörte, die mehr "schwarze" Software aufwiesen, liegt vor allem an den Privatleuten. "Diese verfallen häufig dem Jäger- und Sammeltrieb und laden sich Programme herunter, einfach weil es möglich ist. Ob sie diese dann auch wirklich verwenden, steht auf einem anderen Blatt", so Herrnleben. 

Das kann teuer werden
Wirklich weh tut der BSA der Unternehmensbereich: Wenn ein Architektenbüro, das nun mal ein hochmodernes CAD-Programm benötige, dieses nicht legal kaufe, sei dies ein realer Verlust, so Herrnleben. Deshalb richteten sich der Fokus und entsprechende Kampagnen auf diese Zielgruppe. 

Nach Hinweisen schaltet die BSA hierzulande seine Anwälte ein. Und dies kann durch das österreichische Prinzip des doppelten Schadenersatzes sehr teuer werden. Kostet ein Programm 10.000 Euro, werden 20.000 fällig, plus 10.000 Euro für die Lizenz. "Das ist dann für die Leute eine Kosten-Nutzenrechnung wie beim Schwarzfahren", meinte Herrnleben.

Von der österreichischen Regierung wünscht sich der BSA-Direktor mehr Engagement: "Sie sollte sich dieses Thema zu eigen machen." Das Musterbeispiel dafür sei Russland, wo man sich deutlich bemühe, durch Kampagnen ein Umdenken herbeizuführen. So habe man sich etwa kürzlich auch nicht gescheut, die Polizei gegen das Moskauer Büro von LG Electronics vorgehen und fast die Hälfte von 150 PCs beschlagnahmen zu lassen.

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