Web-Bilder geklaut

Urheberrecht bringt Schwedens Polizei in Erklärungsnot

Web
10.09.2010 10:28
Ausgerechnet in Schweden, dem Heimatland der vielkritisierten Piratenpartei, die sich für mehr Datenschutz und weniger Urheberrechte einsetzt, bringt letzteres nun sogar die Polizei in Erklärungsnot. Sie hat eine neue Datenbank mit Hilfe von Bildern aus dem Internet erstellt - und das ist aufgrund des strengen Copyrights in Schweden (wie auch in Österreich) verboten.

Die schwedische Polizei hat eine neue Datenbank vorgestellt, in der sämtliche Schuhabdrücke gesammelt werden, um diese bei Verbrechen schnell zuordnen zu können, wie die schwedische Zeitung "SvD" berichtet. Dabei kamen allerdings Bilder aus dem Internet zum Einsatz, die offenbar ohne Wissen der Besitzer verwendet wurden - nicht nur in Österreich, sondern auch in Schweden ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht.

So stellte etwa der Schuhhersteller Brando durch Zufall fest, dass Bilder eines der hergestellten Produkte auf der Website der schwedischen Polizei zu sehen war - ohne ihr Einverständnis. "Zu unserer Überraschung haben wir auf der Polizei-Website ein Bild gesehen, das verdächtig nach einem der unseren aussah. In einer Geschichte der SVT haben wir außerdem noch weitere Bilder gesehen, die von uns stammen", so Frederick Juto von Brando gegenüber der SvD. Die Firma sei gerne bereit, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, so Juto, aber: "Es regt uns auf, dass sie methodisch und willkürlich so viele Bilder von uns verwendet haben."

Die erste Erklärung der Polizei, sie hätte das Einverständnis der Firmen eingeholt, kann deshalb nicht der Wahrheit entsprechen. Die Polizei rechtfertigt sich nun damit, sie könne das Copyright ignorieren, wenn es um die Lösung von Kriminalfällen gehe. Dem widerspricht allerdings Jan Rosén, ein Professor für Urheberrecht an der Universität Stockholm. Es handle sich hier nicht um die Lösung eines konkreten Verbrechens - nur dann wäre die Umgehung rechtmäßig, so Rosén. Selbst wenn die Bilder nicht öffentlich verwendet würden, sei eine Erlaubnis der Fotobesitzer unumgänglich. Schließlich würden die Aufnahmen oft unter beträchtlichem finanziellem Aufwand entstehen und besäßen daher großen Wert.

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