31.05.2020 06:01 |

Unerwartete Kosten

Telefonie-Revival sorgt für böse Überraschungen

Vieles, das jahrelang Gültigkeit hatte, stimmt seit Corona nicht mehr. So auch, dass Sprachtelefonie am Handy keine Rolle mehr spielen würde. Schien es zuletzt noch so, dass Messenger-Dienste wie WhatsApp ihr den Rang abgelaufen hätten, erlebt sie nun ein Revival. Doch viele Tarifmodelle decken diesen erhöhten Bedarf nach Spracheinheiten nicht ab und enthalten weit weniger Minuten als derzeit notwendig, warnt das Vergleichsportal tarife.at vor unerwarteten Kosten.

„Wir erkennen dieser Tage eine Trendwende in der klassischen Sprachtelefonie. Während diese zuletzt nur mehr stiefmütterlich behandelt worden ist, kontaktieren uns zunehmend mehr kleine Unternehmen und Arbeitnehmer, die sich plötzlich mit hohen Handyrechnungen konfrontiert sehen“, beschreibt Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at, die aktuelle Lage. „Dazu kommt, dass viele Arbeitnehmer im Home-Office für berufliche Telefonate zum privaten Handy greifen, was nicht nur datenschutzrechtlich bedenklich ist.“

Keine automatische Absicherung für die Kunden
Aktuelle Handytarife inkludieren dem Vergleichsportal nach im Schnitt 508 Gesprächsminuten im Monat. Würden diese überschritten, merkten es die Kunden allerdings meistens erst mit Erhalt der Handyrechnung. Denn, anders als beim Datenvolumen, seien keine Benachrichtigungen oder Sperren seitens des Mobilfunkbetreibers vorgeschrieben. Da vielen Verbrauchern das Gespür für die verbrauchten Einheiten fehle, sei deshalb - speziell bei Tarifen mit 60/60-Taktung - Vorsicht geboten.

In diesem Fall würden nämlich auch angefangene Minuten zur Gänze in Rechnung gestellt, sodass am Ende weit mehr Minuten verrechnet würden, als tatsächlich telefoniert wurden. Gleichzeitig gebe es für Minuten und SMS kaum Zusatzpakete, die - wie bei Datenpaketen - im Bedarfsfall hinzugefügt werden können. „Im Interesse der Konsumenten würden wir optionale Sprachpakete begrüßen, die Kunden jederzeit spontan dazu buchen können“, so Schirmer.

Bedarf an Sprachminuten sprunghaft angestiegen
Eine Analyse des Vergleichsportals zeigt, dass der Bedarf an Sprachminuten zwischen Februar 2019 und Februar 2020 von durchschnittlich 580 auf 550 Sprachminuten im Monat sank. Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen stieg die Nachfrage nach Telefonminuten jedoch erstmals wieder deutlich an und erreichte Mitte März bereits 653 und Mitte April sogar 682 Minuten. Seit Anfang Mai hat sich der Bedarf bei rund 620 Minuten eingependelt. Auch der Mobilfunkbetreiber Drei spricht im Vergleichszeitraum von 63 Prozent mehr Sprachaufkommen, A1 und Magenta sogar von einer Verdoppelung der Telefonie. Demgegenüber hält sich nur die Nachfrage nach inkludierten SMS stabil.

So können Sie sich vor bösen Überraschungen schützen
Um eine Kostenüberschreitung bei der Sprachtelefonie und somit böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt tarife.at, die inkludierten Einheiten im Blick zu behalten. Um ein Gefühl für die verbrauchten Einheiten zu entwickeln, sollten Nutzer regelmäßig einen Blick in die Kundenzone oder App ihres Mobilfunkanbieters werfen und die verbrauchten Einheiten kontrollieren. Alternativ könnten Kunden eine Kostenwarnung auf ihrem Handy aktivieren oder ihren Mobilfunkanbieter mit der Einrichtung eines von ihnen festgelegten Kostenlimits beauftragen. Bei der Wahl des Tarifs sollte zudem auf die - am besten sekundengenaue - Taktung geachtet werden.

Und: Vorsicht bei Conference-Calls! Da Gruppentelefonate mehrere Verbindungen gleichzeitig aufrechterhalten, verbrauchten sie übermäßig viele Telefonminuten, warnt das Portal und weist abschließend darauf hin, dass das günstigste Angebot am Markt nicht gezwungenermaßen das preiswerteste für die persönlichen Bedürfnisse sein müsse. Während Discount-Anbieter etwa den Fokus auf das Datenvolumen legten, böten A1, Drei und Magenta häufig bessere Flatrate-Angebote für Telefonie und SMS an.

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