26.07.2010 15:05 |

Sehschmerzen

Disney-Forscher entwickeln Methode gegen 3D-Kopfweh

Er ist ebenso spektakulär wie anstrengend anzusehen: der 3D-Film. Wer über eine Stunde lang dreidimensionale Figuren auf der großen Leinwand verfolgt, kann oftmals mit Kopfweh oder Übelkeit rechnen. Wissenschaftler des Disney-Forschungszentrums an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben nun eine Methode entwickelt, ebendies zu verhindern. Mit dem Verfahren werden bereits gefilmte, irritierende Szenen rasch und einfach bearbeitet.

Damit ein Film im menschlichen Hirn eine dreidimensionale Illusion erzeugt, sind zwei leicht unterschiedliche Bilder für das linke und das rechte Auge nötig. Je größer die Verschiedenheit der Bilder, desto stärker ist der dreidimensionale Effekt, wie es in einem Bericht von "ETH Life", dem Online-Magazin der ETH Zürich, heißt.

Ein großer Effekt verstärkt aber auch die Gefahr, dass beim Betrachter die Wahrnehmung gestört wird. Erste 3D-Kino-Experimente verursachten so bei Zuschauern Übelkeit und Kopfweh. Das Hirn dürfe mit 3D nicht überfordert werden, sagte Aljosha Smolic von Disney Research Zurich, einer Kooperation der ETH mit Walt Disney.

Nachbearbeitung bislang mit großem Aufwand verbunden
Um den Sehgenuss nicht zu gefährden, ist der Kameramann gefordert: Er ist bestrebt, den dreidimensionalen Effekt stets in einer bestimmten "Komfortzone" zu halten. Trotzdem müssen viele Szenen nachträglich und mit viel Aufwand am Computer nachbearbeitet werden, um die Verschiedenheit der beiden Bilder auf dem richtigen Niveau zu halten.

Smolic und sein Team haben nun einen Weg gefunden, dies einfacher und effizienter als bisher zu bewerkstelligen. Mit Hilfe ihres Algorithmus können einzelne Bildpunkte für eine ausgeglichene Tiefenwirkung neu berechnet werden. Für die Methode gibt es laut den Forschern mehrere denkbare Anwendungen.

Bildkorrekur in Echtzeit
So könnte es die Software ermöglichen, 3D-Aufnahmen in Echtzeit zu korrigieren. Bei Sportübertragungen zum Beispiel ist es aufgrund der raschen Bewegungen für die Kameraleute schwierig, den 3D-Effekt manuell immer im richtigen Bereich zu halten. Ein Mikrochip in der Aufnahmekamera könnte Abweichungen live neu berechnen.

Ein ähnlicher Chip ließe sich auch in 3D-Fernseher einbauen, um billige, fehlerhafte 3D-Produktionen in Echtzeit zu korrigieren. Zudem könnte Smolics Methode helfen, zweidimensionale Bilder einfacher und rascher in 3D umzuwandeln. Anwendungen für die Praxis wollen die Forscher nun gemeinsam mit amerikanischen Partnern von Walt Disney entwickeln.

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