"Wegen dieser blasphemischen Veranstaltung hat das Gericht die Regierung angewiesen, Facebook ab sofort bis zum 31. Mai zu blockieren", sagte einer der Beschwerde führenden Anwälte am Mittwoch angesichts des geplanten Mohammed-Zeichenwettbewerbs. Viele Muslime empfinden jegliche Abbildung des Religionsstifters als Beleidigung.
Kritiker der Facebook-Sperrung hielten dagegen, dass die Entscheidung des Gerichts übers Ziel hinausschießen könnte. "Die ganze Internetseite zu sperren, dürfte vor allem die jungen Nutzer verärgern", sagte der Chef des Internet-Dienstleisters Nayatel, Wajaj-us-Siraj. Schließlich sei das Netzwerk bei ihnen sehr beliebt, sie verbrächten dort sehr viel Zeit.
"Recht auf Redefreiheit"
Die Organisatoren des Zeichenwettbewerbs erklärten auf ihrer am Mittwoch noch zu erreichenden Facebook-Informationsseite, es gehe ihnen um die Meinungsfreiheit. Der geplante Wettstreit sei die Antwort auf einen muslimischen Blogger, der wegen einer Darstellung Mohammeds unlängst Drohungen gegen die Produzenten der Serie "South Park" ausgesprochen habe. "Sie (die Extremisten) können uns nicht unser Recht auf Redefreiheit nehmen und uns mit ihren Drohungen zum Schweigen bringen", hieß es auf Facebook.
Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" im Jahr 2005 hatten weltweit Protesten ausgelöst, bei denen mindestens 50 Menschen starben.
Auch YouTube gesperrt
Am Donnerstag ließ Pakistan auch die Videoplattform YouTube sperren. Begründet wurde dies damit, dass es dort zunehmend "frevelhafte" Inhalte gebe. Die Telekommunikationsbehörde teilte mit, es sei der Regierung nicht gelungen, die beiden Websites davon zu überzeugen, diese "abfälligen Inhalte" zu entfernen.
Auch der Zugang zur Online-Enzyklopädie Wikipedia und der Foto-Sharing-Site Flickr war am Donnerstag in Pakistan nur eingeschränkt möglich.
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