Sonnen ohne Reue

Sonnen-Mythen, die ins Auge gehen können

Gesund
30.04.2010 12:18
Strahlende, wärmende, wunderschöne Sonne. Das Beste, um die über den Winter leer gewordenen Energiereserven wieder aufzufüllen. Denn UV-Licht weckt die Lebensgeister und lässt die Hormone tanzen, es stimuliert die für die Knochen wichtige Vitamin-D-Bildung und die Ausschüttung des Farbpigments Melanin, das für die Bräune sorgt. Und vor allem ist die Sonne im Verbund mit der Körperchemie des Menschen ein kleines "Glückskraftwerk". Doch Achtung: Unvorsichtige Sonnenanbeter riskieren ihre Gesundheit.

Ein bisschen zu viel Sonne – und schon droht nicht nur ein schmerzhafter Sonnenbrand. Auf längere Sicht kann es zur "Schädigung der Erbsubstanz in den Zellkernen kommen, bis hin zum Hautkrebs", so die Grazer Dermatologin Daisy Kopera.

Weitere negative Folgen von ausgedehnten und ungenügend geschützten Sonnenbädern sind Pigmentflecken und vorzeitige Hautalterung, die vor allem durch das langwellige UV-A-Licht ausgelöst wird: Es zerstört das Strukturprotein Kollagen. Diese Eiweißmoleküle stützen als Fasernetze das Bindegewebe und sorgen so für Elastizität und Festigkeit der Haut. "Kollagen wird zudem schlechter nachgebildet wegen der Schädigung der Fibroblasten", der Hauptzellen des Bindegewebes, sagte Kopera.

Schluss mit den Sonnen-Mythen!
UV-Strahlen sind erwiesenermaßen eine der Hauptursachen für Schäden an der "zellulären Festplatte" der Haut, der DNA im innersten Zellkern. Mit der Zeit und durch wiederholte UV-Belastung nimmt deren Fähigkeit, sich selbst immer wieder zu reparieren, immer mehr ab, und die Haut verliert ihr jugendliches Aussehen. Doch das wissen nicht viele Sonnenanbeter.

Überhaupt sind zum Thema Sonnenbaden viele falsche Informationen im Umlauf – krone.at macht Schluss mit den Mythen!

  • "Vorgebräunte" Haut braucht keinen Sonnenschutz:
    Selbst nach vier bis sechs Wochen Strandurlaub erreicht man durch den natürlichen Bräunungsprozess höchstens einen Lichtschutzfaktor 4 bis 6, sagten dazu die Hautexperten von Nivea. 
  • Aus rot wird braun:
    Sonnenbrand ist ein Zeichen für einen ernsthaften Hautschaden. Die so gequälte Haut erzeugt eine gewisse Bräune, um sich vor weiteren Schäden zu schützen. Diese wird sichtbar, wenn die Rötung zurückgeht. Die Rötung an sich wird nicht braun. 
  • Im Schatten oder unter einem Sonnenschirm bekommt man keinen Sonnenbrand:
    Eine hohe UV-Dosis wird reflektiert, im Sand beispielsweise 15 bis 25 Prozent der UV-Strahlung. 
  • An einem völlig bewölkten Tag braucht man keinen Sonnenschutz:
    Stimmt für Westeuropa. In der Nähe des Äquators ist die Strahlung selbst an einem bewölkten Tag noch zu hoch. 
  • Wenn sich erste Rötungen zeigen, reicht es, für ein paar Stunden in den Schatten zu gehen:
    Ein Sonnenbrand erreicht seinen Höhepunkt nach 24 Stunden. Wenn erste Rötungen auftauchen, ist es bereits zu spät. 
  • Mineralische Filter sind besser als chemische:
    Mit ausschließlich mineralischen Filtern ist es nicht möglich, ausreichenden UV-A-Schutz mit hohem LSF zu erzielen. 
  • Sonnenschutzmittel mit hohem LSF können sparsamer aufgetragen werden:
    Empfohlen sind etwa 30 Milliliter für einen Erwachsenen. Bei einer kleineren Menge ist auch der Schutz geringer. 
  • Je öfter man Sonnenschutz aufträgt, desto länger kann man in der Sonne bleiben:
    Erneutes Auftragen stellt nur den Schutzlevel des Produktes sicher, verlängert aber nicht die "erlaubte" Sonnenzeit.

Sonne genießen und sich richtig vor ihr schützen
Und welcher Sonnenschutz ist überhaupt der richtige? Das erklärt der Dermatologe Peter Wolf von der Medizinischen Universität Graz: "Bei den Sonnenschutzprodukten hat sich die Kategorisierung geändert. Der niedrigste Lichtschutzfaktor ist jetzt 6 - alles darunter ist nach Meinung von Experten nicht ausreichend -, der höchste 50+." Faktor 6 bis 10 wurde als "niedriger Schutz" eingestuft, 10 bis 30 gilt als "mittel", 30 bis 50 ist "hoch" und 50+ "sehr hoch". Eine weitere neue Einführung ist das UVA-Logo, das nur Produkte mit ausreichendem UV-A-Schutz anführen dürfen.

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