Der heutige Freitag ist ein historisches Datum: An diesem Tag dauert der Ukrainekrieg – seit 2022, die Ukraine rechnet seit 2014 – länger als der Erste Weltkrieg.
Das Problem von langen Kriegen ist, dass sie umso schwerer zu beenden sind. Kein langer Krieg endet unter den Vorzeichen, unter denen er begonnen worden war. Es ändern sich die Kriegstechniken – im Ukrainekrieg sind es die Drohnen – oder es wird zur Prestigeangelegenheit der handelnden Führer.
Die Invasion Russlands in die Ukraine 2022 ist nicht der erste militärische Konflikt, der als Blitzkrieg geplant war. Das Problem von Blitzkriegen sind die ersten vier Jahre und: Wie komme ich da wieder raus? Was mache ich mit frustrierten Kriegsheimkehrern – eine gefährliche Sache, wie nach 1918 die Soldatenunruhen in Deutschland („Dolchstoßlegende“) und Russland (Aufstand von Kronstadt) zeigen.
Putin steckt in einer strategischen Sackgasse fest. Wer will versuchen, ihm die Ausfahrt zu zeigen? Finnlands Präsident Stubb, ein ausgewiesener Russlandkenner (nicht Russlandversteher), hat sich angeboten, zumindest einmal die Absichten Putins abzufragen bzw. abzutesten, ob seine Verhandlungsangebote ernst gemeint sind.
Wie lange es Putin noch geben wird? Unter „normalen“ Umständen bis 2036 und danach. Unter besonderen Umständen wie eines Palastputsches keinen Tag länger. Putin hat seinen Schutz verstärkt.
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