Trotz 737-Max-Crashs

Computersimulationen statt echter Tests bei Boeing

Digital
18.06.2019 13:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wieder Wirbel um Boeing: Der US-Flugzeugbauer, der nach zwei Abstürzen seiner 737 Max durch fehlerhafte Software mit Hunderten Toten inmitten einer Vertrauenskrise steckt, will bei Tests neuer Flugzeuge verstärkt auf Computersimulationen statt richtiger Belastungstests setzen.

Der US-Flugzeughersteller wolle „das Ausmaß und die Dauer teurer physischer Tests für die Zertifizierung neuer Flugzeuge reduzieren“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Stattdessen wolle man verstärkt auf Computersimulationen setzen, um die Belastungsgrenzen von Flugzeugteilen auszuloten.

Die Flügelbelastbarkeit testet der Computer
Das bedeutet, dass Boeing bei Größen wie der maximalen Tragflächenbelastbarkeit künftig statt auf echte Belastungstests, bei denen teure und hochkomplexe Flugzeugteile tatsächlich auf Biegen und Brechen getestet werden, lieber auf Simulationen am Computer setzen möchte.

Angesichts dessen, dass die 737 Max wegen einer Softwarepanne Hunderte Menschen in den Tod stürzen ließ, sehen Beobachter die Ankündigung allerdings skeptisch. Boeing selbst will den Reuters-Bericht nicht kommentieren, räumt aber ein, seinen „Design- und Zertifizierungsprozess ganzheitlich zu bewerten“.

Software-Panne verursachte Abstürze
Der US-Flugzeugbauer war vor einigen Wochen wegen des softwarebedingten Absturzes einer Boeing 737 Max in Äthiopien in die Kritik geraten. Ein weiterer Absturz in Indonesien wurde ebenfalls auf einen Software-Fehler zurückgeführt, der Unglücks-Jet wurde in weiterer Folge in vielen Ländern mit einem Flugverbot belegt.

Mittlerweile hat Boeing ein Update entwickelt, das solche tragischen Zwischenfälle vermeiden soll. Das Vertrauen in den Flugzeugbauer bei den Passagieren und Airlines ist allerdings nachhaltig beschädigt.

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