Aus Kasachstan

Russland will kein Öl mehr an Deutschland liefern

Außenpolitik
21.04.2026 23:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kreml soll den Transit von kasachischem Erdöl über die Druschba-Pipeline nach Deutschland einstellen wollen. Das sagten jetzt Vertreterinnen und Vertreter aus der Industrie. „Wir werden versuchen, das zu prüfen“, kommentierte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Laut der Industrie wurde bereits ein angepasster Exportplan an Kasachstan und Deutschland übermittelt. Ein Transitstopp, der ab dem 1. Mai geplant sein soll, könnte die deutschen Bemühungen um alternative Lieferanten nach der Abkehr von russischer Energie erschweren. Kasachstan spielt dabei eine wichtige Rolle, indem es Öl über den nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline, der durch Polen verläuft, in die Bundesrepublik liefert. Im Vorjahr beliefen sich die Exporte auf 2,146 Millionen Tonnen beziehungsweise rund 43.000 Tonnen Erdöl pro Tag. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2024.

Das kasachische Rohöl versorgt unter anderem die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, eine der größten Anlagen Deutschlands. Die deutsche Bundesregierung hatte den Import von russischem Öl über die Pipeline nach Kriegsbeginn in der Ukraine gestoppt und als Ersatz auf kasachische Lieferungen gesetzt. Drohnenangriffe auf die Druschba-Pipeline in Russland hatten die Lieferungen in der jüngeren Vergangenheit aber wiederholt unterbrochen.

Rosneft bestätigt Schwierigkeiten
Die unter Treuhand stehende deutsche Tochter der russischen Rosneft hat am Dienstag bestätigt, eine Benachrichtigung bekommen zu haben, dass es ab Mai Schwierigkeiten beim Transport von Öl aus Kasachstan gebe. „Wir müssen prüfen, wie wir gegebenenfalls Ersatzlieferungen sicherstellen können, damit die PCK weiterhin voll produzieren kann“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Situation sei aber nicht „unlösbar“.

Das kasachische Öl ist unter anderem wichtig, um die Auslastung der Raffinerie hochzuhalten. Die Ölraffinerie PCK in Schwedt gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft. Sie stehen wegen des Ukraine-Kriegs aber unter Treuhandverwaltung und damit unter der Kontrolle des Bundes.

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