Do, 21. März 2019
15.03.2019 16:40

Cyber-Krimi um MtGox

Bewährungsstrafe für Ex-Chef von Bitcoin-Börse

Der ehemalige Chef der japanischen Bitcoin-Plattform MtGox, der Franzose Mark Karpeles, ist wegen Datenmanipulation zu einer zweieinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der heute 33-Jährige habe das Vertrauen der Nutzer von MtGox missbraucht und seine Kenntnisse als IT-Ingenieur sowie seine Stellung ausgenutzt, heißt es im Urteil des Gerichts.

Vom Vorwurf, Millionen unterschlagen zu haben, sprach das Gericht Karpeles aber frei. Er war bereits im September 2015 offiziell wegen Datenmanipulation und Veruntreuung von Kundengeldern angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Gefängnis für den Franzosen gefordert. Karpeles hatte stets seine Unschuld beteuert. Die Handelsplattform sei Opfer eines Hackerangriffs geworden.

Die in Tokio ansässige Handelsplattform MtGox hatte im Februar 2014 den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, nachdem 850.000 Bitcoins mit einem Wert von damals 480 Millionen Dollar (aktuell 425 Millionen Euro) aus den Tresoren verschwunden waren. Kurze Zeit später meldete MtGox Konkurs an.

Festnahme im August 2015
Karpeles war im August 2015 festgenommen und fast ein Jahr später gegen Kaution freigelassen worden. Der Franzose lebt seit einigen Jahren in Japan und hatte im Jahr 2011 die Mehrheit an MtGox gekauft.

Die virtuelle Währung Bitcoin war 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen wurde sie von einem unbekannten Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

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