14.03.2019 07:00 |

Picasso lässt grüßen!

Basel: Formenrausch in Europas Kulturhochburg

In Basel begegnet man der Kunst auf Schritt und Tritt: Ob in den vielen Museen, Galerien und Ausstellungen oder im Zentrum der charmanten Altstadt.

Kubistische Verzerrungen, geometrische Formen und maskenhafte Gesichter - wer bislang mit Picassos berühmten Werken nicht viel am Hut hatte, wird nach einem Besuch in der Fondation Beyeler in Basel mit Sicherheit zu einem großen Bewunderer seines Schaffens. Er war Vorbild und Inbegriff der Modernen Kunst wie kaum ein anderer. „Jeden Morgen, wenn ich aufwache, sieht die Welt anders aus!“, dieses Zitat von ihm ist typisch für seine rasch wechselnden Stile.

Rare Gemälde
Berühmt sind vor allem seine Darstellungen von Menschen am Rande der Gesellschaft und Themen wie Einsamkeit sowie Elend, Kummer, Melancholie und Kälte. Die Sonderausstellung „Der junge Picasso - Blaue und Rosa Periode“ zeigt das Frühwerk des außergewöhnlichen Künstlers. Rund 75 Gemälde und Skulpturen sind hier vereinigt. Zu sehen sind Gemälde in ganz unterschiedlicher Sichtweise, wie beispielsweise „Ich, Picasso“ (1901), aber auch „Acrobate et jeune Arlequin“ (1905) oder „La Vie“ (1903). Das Besondere: Die meisten von ihnen werden nur sehr selten ausgeliehen. Einzigartig sind aber auch die Emotionen des Malers in seiner frühen Schaffensperiode: Die Schau zeigt ausführlich, wie der noch junge Spanier zu Picasso wurde.

Unvergleichliche Vielfalt
Basel ist Kulturhochburg und eine der wichtigsten Wirtschaftsregionen der Schweiz. Die drittgrößte Stadt des Landes bietet mit 40 Museen eine unvergleichliche Vielfalt. Sehenswert ist vor allem die öffentliche Sammlung des Kunstmuseums Basel. Sie geht auf das Jahr 1661 zurück und umfasst Werke vom frühen 15. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Das stetige Wachsen der Exponate machte mehrmalige Umzüge innerhalb Basels erforderlich, zuletzt 1936 in das heutige Haus am St. Alban-Graben. Das Museum beherbergt unter anderem die weltweit größte Sammlung von Werken der Holbein-Familie. Besonders ein Gemälde berührt seine Betrachter und brachte schon 1867 den russischen Schriftsteller Dostojewski regelrecht zum Erschauern: „Der Leichnam Christi im Grabe“ von Hans Holbein. Auf einer Reise nach Genf machte Dostojewski mit seiner Ehefrau in Basel halt, um im Holbeinsaal das Bild vom lebensgroßen Christus zu sehen, der unmenschliche Qualen ertragen hat, bereits vom Kreuze heruntergenommen und der Verwesung nahe ist. Dostojewski war zutiefst bestürzt. Seine starken Eindrücke verarbeitete er in seinem Roman „Der Idiot“.

Gepflegt, sauber, charmant - und weit weg von Hektik und Stress
Es gibt zahlreiche Gründe, Basel zu lieben, nicht zuletzt ob des mediterranen Klimas und den vielen Sonnenstunden (300 pro Jahr!). Im Sommer pulsiert das Leben: Am Ufer des Rheins wird flaniert, im Gastgarten geschlemmt und in der Sonne gebadet - daher rührt auch der Beiname „Riviera“.

In der mittelalterlichen Altstadt spaziert man an liebevoll restaurierten Häusern und ausgefallenen Straßennamen, wie etwa dem Elftausendjungfern- Gässlein, vorbei. Als Wahrzeichen nahe dem Marktplatz gelten das im 16. Jh. erbaute Rathaus mit seiner roten Sandsteinfassade sowie das gotische Münster, dessen schmale Türme einen weiten Blick auf die Stadt freigeben. Sie sollten einst höchste Erhebung Basels bleiben - seit 2003 werden sie allerdings vom 105 Meter hohen Messturm auf der anderen Seite des Rheins übertroffen.

Stadt der Brunnen
Im Münster befindet sich das Grabmal des niederländischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam, der im 16. Jh. in Basel starb. Die ansässige Universität beherbergt viele seiner Schriften. In den heißen Monaten wird das Rheinschwimmen unter Einheimischen und Touristen zum Volkssport. Wer weder in den Fluss noch in die „Badi“ (Freibad) möchte, kühlt sich in einem der vielen historischen Stadtbrunnen ab. Mit mehr als 180 Wasserspendern ist Basel eine wahre Brunnenstadt. Sie sind Kulturgut und haben unterschiedliche Namen, Figuren und Formen - sogar überwiegend in Trinkwasserqualität.

Treffpunkt der globalen Kunstwelt: Bei der Art Basel, der weltweit größten Kunstmesse, wird die ganze Stadt zu einem Museum. Experten und Liebhaber der Kunst aus alle Herren Ländern pilgern durch die Straßen. Es herrscht eine einzigartige Atmosphäre mit zusätzlichen Veranstaltungen. Übrigens: Von 13. bis 16. Juni 2019 ist es wieder soweit!

Sonja Jakubowics, Kronen Zeitung

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