Mehr als die Hälfte aller Befragten beklagte laut Studie einen Mangel an Informationen in Bezug auf die Verwendung von personenbezogenen Daten. Gleichzeitig gaben weniger als zehn Prozent an, stets zu überprüfen, wie der Schutz der personenbezogenen Daten erfolgt. Über zwei Drittel aller Europäer lesen sich eigenen Angaben zufolge selten oder nie die Datenschutzrichtlinien durch, bevor sie vertrauliche Informationen weitergeben.
Wenig Vertrauen in soziale Netzwerke
Auf die Frage, wie viel Vertrauen sie in bestimmte Unternehmensarten in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten hätten, gaben die Europäer ein einheitliches Bild ab, denn soziale Netzwerke wurden durchweg negativ bewertet. Auf einer Skala von eins (vollstes Vertrauen) bis fünf (überhaupt kein Vertrauen) schnitten Facebook und Co mit durchschnittlich 4,09 Punkten am schlechtesten ab, gefolgt von Telekommunikationsanbietern (3,50) und eCommerce-Unternehmen (3,26).
Daten bei Ärzten laut Umfrage am besten aufgehoben
Ärzte und Krankenhäuser erhielten mit 1,94 Punkten die beste Bewertung, gefolgt von Banken (2,02) und Behörden (2,30). Während die Ergebnisse für andere Unternehmen von Land zu Land variierten, erhielten soziale Netzwerke in allen Ländern die schlechtesten Bewertungen.
Forderung nach besserem Datenschutz bei Banken
Obwohl Banken in allen Ländern zu den vertrauenswürdigsten Unternehmen zählten, sieht über ein Drittel der Befragten durchaus dringenden Nachbesserungsbedarf beim Schutz von personenbezogenen Daten und Kontodaten im Bankwesen. In Schweden und Italien forderte etwa jede zweite befragte Person einen besseren Datenschutz durch die Banken.
Über die Hälfte der Befragten gab zudem an, die Geschäftsbeziehungen zu einem Unternehmen sofort abzubrechen, würde dieses ihre persönlichen Daten verlieren. Weitere 30 Prozent würden die Polizei, eine Verbraucherschutzorganisation oder beides einschalten, und 14 Prozent würden sogar rechtliche Schritte einleiten.
"Große Unsicherheit bei den Bürgern"
"Diese Straßenumfrage zeigt, dass es bei den Bürgern offensichtlich eine große Unsicherheit in Bezug auf den Datenschutz gibt. Die Menschen möchten sich einerseits nicht durch komplizierte Datenschutzrichtlinien kämpfen, andererseits sind sie sehr daran interessiert, dass ihre personenbezogenen Daten gut geschützt sind", sagte Ansgar Dodt von SafeNet.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.