29.08.2018 13:57 |

„Schutzfunktion“

Deutsche Regierung will mehr Cybersicherheit

Mit einer neuen Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit will die deutsche Regierung das Land künftig besser vor Hackerangriffen schützen. Dafür sollen in den kommenden fünf Jahren mindestens 200 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

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„Deutschland soll bei der Cybersicherheit im internationalen Vergleich die Führung oder zumindest eine Spitzenposition einnehmen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Agentur mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin. Die Zahl von „Schwachstellen und offenen Sicherheitslücken von IT-Systemen“ sei „nach wie vor erschreckend hoch“, immer wieder würden Angriffe auf deutsche Systeme und die Netzinfrastruktur registriert.

„Cybercrime ist eine echte Wachstumsindustrie“, warnte Seehofer. Der Staat müsse „auch in der digitalen Welt seine Schutzfunktion wahrnehmen“, ergänzte Von der Leyen. Die technologische Entwicklung im Cyberraum sei „rasant“. „Wir müssen mindestens so schnell sein und mindestens auch so gut ausgerüstet sein (...) wie das die Täter sind.“

Die neue Agentur soll demnach Schlüsseltechnologien mit hohem Innovationspotenzial im Bereich der Cybersicherheit finanzieren und dafür möglichst unbürokratisch Wagniskapital zur Verfügung stellen. Seehofer wie von der Leyen betonten, dass möglicherweise auch Geld in Projekte fließen werde, die letztlich nicht zum Erfolg führen.

Mut zum Risiko
„Es muss mehr Risiko, mehr Mut eingebracht werden“, sagte Seehofer. „Es ist kein Scheitern dieser Gesellschaft, wenn einmal drei Forschungsprojekte in der konkreten Umsetzung zu keinem Ziel führen. Ohne Wagnis kriegen Sie auch keine außerordentlichen Ergebnisse.“

USA als Vorbild
Von der Leyen nannte als Vorbild für die Agentur die USA - und verwies auf weitreichende technologische Neuerungen. Das Internet, das Satellitennavigationssystem GPS und die Spracherkennung beim Handy seien „aus genau so einer Sprunginnovationsförderung des amerikanischen Militärs gewachsen“. Die 200 Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre für die deutsche Agentur nannte von der Leyen einen „guten Anfang“. „Aber das muss auf die Dauer auch noch mehr werden.“

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