Mi, 14. November 2018

krone.at erklärt

04.07.2018 16:58

Funkloch adé: Was Sie über Mesh-WLAN wissen müssen

Google tut es bei seinem ersten WLAN-Router. Der Provider A1 bietet passende Systeme gegen Aufpreis an. Und der Router-Spezialist AVM rüstet es mit seinem neuen FritzOS-Betriebssystem gerade auf vielen Routern nach. Die Rede ist von Mesh-WLAN, das optimale Abdeckung und Übertragungsraten im ganzen Haus garantieren soll. Wie es funktioniert, lesen Sie hier.

Prinzipiell lässt sich ein Heim auch ohne Mesh-WLAN zur Gänze ins Internet holen. Mit WLAN-Repeatern, DLAN-Lösungen für das Stromnetz oder WLAN-Bridges kann man auch als Laie weit vom Router entfernte Räumlichkeiten ans Netzwerk anbinden.

Die Sache ist allerdings tückisch: Gern bleiben WLAN-Geräte am Repeater „hängen“, obwohl sich der Nutzer längst näher zum Router bewegt und dort besseren Empfang hätte. Bisweilen nehmen die Datenpakete eine umständlichere Route als notwendig. Oft entsteht durch falsch konfigurierte Hardware ein WLAN-Fleckerlteppich mit verschiedenen Funknetzwerken im Haus.

Mesh-WLANs konfigurieren sich weitgehend selbst
Mit Mesh-WLANs sollen solche Probleme der Vergangenheit angehören, weil die WLAN-Infrastruktur miteinander kommuniziert. Mesh ist sozusagen ein sich selbst konfigurierendes WLAN, das aus mehreren Infrastrukturgeräten besteht. Dabei hat man im Mesh-WLAN nur einen Netzwerknamen, der über die gesamte vom Netzwerk abgedeckte Fläche der gleiche ist. Im Mesh-WLAN gibt es auch nur ein einziges Passwort.

Dafür, dass ein Mesh-Netzwerk im Idealfall klüger ausgelastet wird, sorgt die Kommunikation der Infrastruktur. Das kann sich beispielsweise beim „Roaming“ bemerkbar machen, also wenn ein WLAN-Client beim Transport durch das abgedeckte Gebiet stets zum stärksten verfügbaren WLAN-Sender übergeben wird und es dabei keine Verbindungsabbrüche gibt. Oder beim „Band Steering“, wenn die Infrastruktur sowohl im 2,4- als auch im 5-Gigahertz-Bereich funken kann und bei hoher Auslastung Datenverkehr vom einen in den anderen Frequenzbereich verlagert.

Mesh ist mehr eine Soft- als eine Hardwarefrage
Die beschriebenen Features sind mehr eine Soft- als eine Hardwarefrage und können prinzipiell auch bei Routern nachgerüstet werden, die schon eine Weile auf dem Markt sind. Beim deutschen Netzwerkprofi AVM tut man das mit dem Rollout von FritzOS 7 beispielsweise gerade und rüstet bei vielen Routern der letzten Jahre Mesh-Funktionalität nach - inklusive einheitlicher Oberfläche zur Verwaltung und zentraler Updates.

Weil Mesh in so hohem Maße eine Softwarefrage ist, sollte man sich schon bei der Anschaffung bzw. Erstinstallation des Netzwerks überlegen, auf welches Mesh-Pferd man setzen will. Später ein Gerät, das womöglich von einem fremden Hersteller stammt, in das Mesh-WLAN einzubinden, könnte sich nämlich als problematisch erweisen.

Vor allem, wenn man sich für eine Lösung entscheidet, für die der Hersteller keine günstigen Repeater oder DLAN-Adapter anbietet. Hier muss zur Erweiterung im Herstellerökosystem nämlich schlimmstenfalls ein zweiter Router - die Hersteller sprechen auch von „Nodes“ oder „Satelliten“ - angeschafft werden, was bei Anschaffungskosten von rund 100 Euro pro Mesh-Router schnell ins Geld geht.

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