22.04.2004 08:40 |

Ebay

Deutsches Paar bietet Tochter im Internet an

Ein Paar aus dem Westerwald hat ein acht Jahre altes Mädchen im Internet zur Versteigerung angeboten. Nach Angaben der Polizei im oberbayerischen Traunstein war am Samstag auf der Internet-Plattform eBay ein Foto des Kindes eingestellt und als Startgebot ein Euro festgelegt worden.
Im Text hieß es unter anderem: "Man kannmit ihr spielen." Zudem wurde das Kind als "echtes Funktionsspielzeug"bezeichnet.
 
Drei Gebote
Laut Polizei gab es drei angebliche Versuche biszu 25,50 Euro, das Mädchen zu ersteigern. Rund 100 Menschenhätten das "Angebot" angeklickt. Die von einer bayerischenund von einer rheinland- pfälzischen Internetnutzerin alarmiertePolizei ließ den Eintrag löschen und begann, gegendas Paar wegen des Verdachts des versuchten Menschenhandels zuermitteln.
 
Nur ein übler Scherz?
Der beschuldigte Mann sagte nach Angaben der Polizeiin München, er habe nur in Absprache mit der Frau als Testzeigen wollen, was alles in eBay "abläuft". Die StaatsanwaltschaftKoblenz ermittelt wegen versuchten Kinderhandels gegen den 35Jahre alten Mann und seine 41 Jahre alte Lebensgefährtinund ließ am Dienstag die Wohnungen der getrennt lebendenund befreundeten Beschuldigten im Westerwald durchsuchen. Dabeiwurden zwei Computer und Unterlagen sichergestellt. Auch die Staatsanwaltschaftschloss einen üblen Scherz nicht aus.
 
eBay distanziert sich
Das Auktionsunternehmen bezeichnete dessen Vorgehenals "geschmackloses Unterfangen". In Berlin teilte eBay mit: "Wirmissbilligen jeden Versuch, auf unserem Online-Marktplatz mitunzulässigen Artikeln zu handeln." Auch wenn es sich anscheinendum einen Scherz gehandelt habe, distanziere sich eBay ausdrücklichdavon. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben eng mit denzuständigen Ermittlern zusammen und erteilt ihnen im Rahmender gesetzlichen Vorschriften Auskünfte.
 
 
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