Eine Kapsel für alles

Wie sinnvoll ist die Einnahme von Multivitaminpillen?

Gesund
20.11.2009 16:29
Man schluckt eine Kapsel, ein Dragee oder eine Brausetablette aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt, und schon ist man vor Infektionen, Herzerkrankungen oder Gedächtnisschwäche gefeit. Multivitaminpräparate versprechen oft wahre Wunder. Doch bei genauerer Betrachtung sind viele Behauptungen aus der Luft gegriffen.

Das enthüllt die österreichische Zeitschrift "Konsument" in ihrer Dezember-Ausgabe und warnt, dass die Einnahme derartiger Produkte selten sinnvoll sei. Die Zutatenlisten der Mittel seien oft nicht nachvollziebare Mischungen verschiedener Stoffe, die sich rein an der Verfügbarkeit der Substanzen oder den Vermarktungschancen des Produktes orientieren würden.

Wissenschaftliche Beweise, dass bestimmte Vitamine des Präparates Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche beheben, würden in den Beipackzetteln nicht erbracht. Manche Hersteller würden sich anstatt auf eine wissenschaftliche Studie auf "Überlieferung und Erfahrung" berufen.

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorngetreide ist, und ein bewusster Konsum von Fett liefert
gesunden Menschen so gut wie alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge, schreibt der "Konsument".

Sinnvolle Nahrungsergänzung
Es gebe aber auch sinnvolle Nahrungsergänzung. Wie etwa Jod, das deshalb dem Speisesalz zugesetzt wird, oder Folsäure. Frauen mit Kinderwunsch sollten einen Folsäuremangel in Absprache mit dem Arzt über die Einnahme vonentsprechenden Präparaten ausgleichen. Sinnvoll kann eine Nahrungsergänzung darüber hinaus für Hochleistungssportler, Raucher, Personen mit hohem Alkoholkonsum oder etwa Senioren sein, die sich einseitig bzw. unzureichend ernähren. Aber auch in diesen Fällen sollte die Anwendung ausschließlich auf ärztliche Anweisung hin erfolgen.

Für alle anderen Personen sei es unsinnig, regelmäßig oder in Belastungssituationen auf Multivitaminpräparate zurückzugreifen. Das Magazin rät, das Geld lieber zu sparen. Treten aufgrund bestimmer Erkrankungen oder der Einnahme von Arzenimitteln Nährstoffmangelerkrankungen auf, so sei eine gezielte Zufuhr dieser Nährstoffe unter ärztlicher Aufsicht erforderlich.

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