Do, 13. Dezember 2018

Frohen Vatertag!

10.06.2018 05:55

Moderne Papas: Österreichs Väter im Wandel

Der autoritären Erziehung wird der Kampf angesagt! Zum Vatertag präsentiert die „Krone“ ein Beispiel für den Papa von heute.

Beschützer, Geldgeber, Motivator, Freund und Fels in der Brandung - zusammengefasst: Vater. Doch diese Aufzählung ist aber schon veraltet, denn der moderne Papa ist auch aktiver Erzieher und bindet die Kinder bei Entscheidungen mit ein. Bestätigt wird dieser Trend von einer aktuellen Studie von „MAM“, einem Babyartikel-Shop.

Erziehung ist heute demokratischer als früher
Die österreichischen Väter erziehen zu 59 Prozent ihre Töchter und Söhne nach dem demokratischen Stil. Sie selbst wurden aber zu 48 Prozent autoritär erzogen. Etwa 28 Prozent erziehen ihre Kinder heute autoritär. Und ein Achtel agiert nach dem Laissez-Faire-Prinzip - früher war es noch ein Fünftel.

Mit der Emanzipation der Frau ging auch eine Befreiung der Männer einher. „Die Rollen waren nicht mehr so vordefiniert“, bestätigt Psychotherapeut Stephan Tolpeit im „Krone“-Interview (siehe unten).

Auch der gebürtige Ungar Balazs Guti (40) zählt zu den modernen Vätern. Er verbringt fast 24 Stunden mit seinen drei Kindern Aron (15), Gloria (11) und Ben (9), denn das Zuhause der Familie ist zugleich der Arbeitsplatz, nämlich der Circus Pikard.

Vater, Akrobat und Lehrer in einem
Neben seiner Vaterrolle übernimmt der ausgebildete Akrobat die Aufgaben eines Lehrers. Er bringt dem Nachwuchs Kunststücke bei und das ist oft schwierig für seine Kinder. „Sie müssen manchmal umschalten und lernen, dass jetzt weniger Spaß im Vordergrund steht, sondern das Lernen“, beschreibt Guti seine Rollen.

Den antiautoritären Erziehungsstil hat der 40-Jährige, der seit 20 Jahren in Österreich lebt, von seinem verstorbenen Vater übernommen. Guti ist froh, dass sein Papa ihm das Selbstvertrauen gegeben hat, dass auch er seine Nachkommen gut erziehen wird. Sieht der Akrobat seine Kinder bei Auftritten zu, weiß er, dass er alles richtig gemacht hat.

„Emanzipation hat auch Männer befreit“, glaubt der Wiener Psychotherapeut Stephan Tolpeit aus Wien. Die „Krone“ hat den Experten über Erziehungsmethoden befragt.

„Krone“: Früher wurden die Kinder autoritär erzogen, heute bindet man die Sprösslinge bei den Entscheidungen mit ein. Woher kommt dieser Wandel?
Stephan Tolpeit: Die Kinder wurden früher nicht ausschließlich autoritär erzogen. Die Väter der letzten Generation sind schon im Wandel der Geschlechterrollen aufgewachsen. In den 70er Jahren hat die Emanzipation der Frauen angefangen. Dadurch wurden aber auch die Männer befreit. Die Rollen waren nicht mehr so vordefiniert.

Wie wirkt sich die demokratische Erziehung auf die Mentalität der Kinder aus?
Kinder erleben durch diesen Erziehungsstil, dass die Rollen von Papa und Mama nicht mehr in Stein gemeißelt sind.

Männerberater Richard Schneebauer aus Oberösterreich - er schrieb das Buch „Männerabend“ - gibt Tipps zum Vatertag:

  1. Qualitätszeit: Kinder lieben es, ungeteilte Zeit mit dem Vater zu haben, also ohne dass dieser Dinge nebenbei erledigt, ohne TV, Internet oder Handy.
  2. Verbringe möglichst früh und immer wieder ganze Tage alleine mit deinem Kind. Das stärkt eure Beziehung und nur so erkennst du, was die Mutter täglich leistet.
  3. Lass dein Kind an deinem Leben teilhaben, aber wahre auch die Grenzen. Du bist nicht der beste Freund.
  4. Kinder brauchen vom Vater ganz viel Zutrauen und Vertrauen ebenso wie ehrlich gemeinte Anerkennung und Zuspruch, aber keine Lobhudeleien.
  5. Kinder lieben Papas, die ihre Gefühle zeigen und die sich auch mal entschuldigen können für Abwertungen, Verletzungen und Kränkungen.
  6. Kinder brauchen es, dass der Vater ihre Gefühle teilt, sich mitfreut, mit traurig ist und negative Gefühle nicht unterbindet: „Du brauchst nicht traurig zu sein“ hilft den Vätern, nicht aber den Kindern.
  7. Vergiss vor lauter aufopferndem Vater sein nicht deine übrigen Lebensziele und vergiss vor lauter Arbeiten nicht die Beziehung zu deinen Kindern.
  8. Sprich nicht schlecht über die Mutter, auch nach einer Trennung und bleibe in deiner Vaterrolle, auch wenn das zeitlich und emotional nicht immer möglich ist. Loslassen und dranbleiben ist sehr herausfordernd aber enorm wichtig.
  9. Mach mit deinen Töchtern und Söhnen auch Sachen, die du selbst gerne tust oder früher gerne getan hast.
  10. Reflektiere dein eigenes Aufwachsen und erkenne, dass dein Kind der beste Spiegel für dein Inneres ist. Es drückt dir sämtliche Knöpfe um dir viel zu lernen.

Kathi Pirker & Ed Ricker, Kronen Zeitung

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