Der autoritären Erziehung wird der Kampf angesagt! Zum Vatertag präsentiert die „Krone“ ein Beispiel für den Papa von heute.
Beschützer, Geldgeber, Motivator, Freund und Fels in der Brandung - zusammengefasst: Vater. Doch diese Aufzählung ist aber schon veraltet, denn der moderne Papa ist auch aktiver Erzieher und bindet die Kinder bei Entscheidungen mit ein. Bestätigt wird dieser Trend von einer aktuellen Studie von „MAM“, einem Babyartikel-Shop.
Erziehung ist heute demokratischer als früher
Die österreichischen Väter erziehen zu 59 Prozent ihre Töchter und Söhne nach dem demokratischen Stil. Sie selbst wurden aber zu 48 Prozent autoritär erzogen. Etwa 28 Prozent erziehen ihre Kinder heute autoritär. Und ein Achtel agiert nach dem Laissez-Faire-Prinzip - früher war es noch ein Fünftel.
Mit der Emanzipation der Frau ging auch eine Befreiung der Männer einher. „Die Rollen waren nicht mehr so vordefiniert“, bestätigt Psychotherapeut Stephan Tolpeit im „Krone“-Interview (siehe unten).
Auch der gebürtige Ungar Balazs Guti (40) zählt zu den modernen Vätern. Er verbringt fast 24 Stunden mit seinen drei Kindern Aron (15), Gloria (11) und Ben (9), denn das Zuhause der Familie ist zugleich der Arbeitsplatz, nämlich der Circus Pikard.
Vater, Akrobat und Lehrer in einem
Neben seiner Vaterrolle übernimmt der ausgebildete Akrobat die Aufgaben eines Lehrers. Er bringt dem Nachwuchs Kunststücke bei und das ist oft schwierig für seine Kinder. „Sie müssen manchmal umschalten und lernen, dass jetzt weniger Spaß im Vordergrund steht, sondern das Lernen“, beschreibt Guti seine Rollen.
Den antiautoritären Erziehungsstil hat der 40-Jährige, der seit 20 Jahren in Österreich lebt, von seinem verstorbenen Vater übernommen. Guti ist froh, dass sein Papa ihm das Selbstvertrauen gegeben hat, dass auch er seine Nachkommen gut erziehen wird. Sieht der Akrobat seine Kinder bei Auftritten zu, weiß er, dass er alles richtig gemacht hat.
„Emanzipation hat auch Männer befreit“, glaubt der Wiener Psychotherapeut Stephan Tolpeit aus Wien. Die „Krone“ hat den Experten über Erziehungsmethoden befragt.
„Krone“: Früher wurden die Kinder autoritär erzogen, heute bindet man die Sprösslinge bei den Entscheidungen mit ein. Woher kommt dieser Wandel?
Stephan Tolpeit: Die Kinder wurden früher nicht ausschließlich autoritär erzogen. Die Väter der letzten Generation sind schon im Wandel der Geschlechterrollen aufgewachsen. In den 70er Jahren hat die Emanzipation der Frauen angefangen. Dadurch wurden aber auch die Männer befreit. Die Rollen waren nicht mehr so vordefiniert.
Wie wirkt sich die demokratische Erziehung auf die Mentalität der Kinder aus?
Kinder erleben durch diesen Erziehungsstil, dass die Rollen von Papa und Mama nicht mehr in Stein gemeißelt sind.
Männerberater Richard Schneebauer aus Oberösterreich - er schrieb das Buch „Männerabend“ - gibt Tipps zum Vatertag:
Kathi Pirker & Ed Ricker, Kronen Zeitung
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