Fr, 19. Oktober 2018

4,8 Grad über Mittel

27.04.2018 09:37

Wärmster April seit mehr als 200 Jahren

Der heurige April geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Mit einer Abweichung vom Mittel um rund 4,8 Grad Celsius ist er der wärmste seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichnungen in Österreich anno 1848. Selbst der bisherige Spitzenreiter, der April 2007, wurde um Längen geschlagen. Damit werden all jene bestätigt, die in den vergangenen vier Wochen das Gefühl hatten, dass der Frühling dieses Jahr ausgefallen ist.

Den stabilen Föhn- und Hochdrucklagen sei Dank, machte die Sonne zudem in ganz Österreich zahlreiche Überstunden, weshalb der April den meisten von uns wie ein vorgezogener Sommermonat erschien. „Über das gesamte Land gemittelt fiel der April gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 um rund 4,8 Grad zu warm aus“, sagt Chefmeteorologe Manfred Spatzierer vom Wetterdienst UBIMET. „Damit lässt der heurige April den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 2007 deutlich hinter sich - dieser fiel um 3,7 Grad zu warm aus.“

In den ältesten Messreihen des Landes - in Wien, Kremsmünster in Oberösterreich und Innsbruck - findet sich allerdings anno 1800 ein April, der sogar ein noch höheres Monatsmittel aufwies.

30 Grad im April eher selten
Gleich zweimal wurde in den vergangenen vier Wochen die 30-Grad-Marke erreicht, mit Salzburg und Wien schafften dies zwei Landeshauptstädte. Klimatologisch gesehen sind 30 Grad im April äußerst selten und am ehesten an der föhnigen Alpennordseite möglich.

In Wolkersdorf, Bludenz und Wieselburg wurden zudem bis dato acht Sommertage registriert. Von solchen Tagen mit einem Höchstwert über 25 Grad Celsius gibt es im Normalfall gerade einmal einen. Wie warm der heurige April tatsächlich war, zeigt sich in einem einfachen Vergleich: Am Ende des Monats werden nämlich 27 zu warmen Tagen nur drei Tage gegenüberstehen, die zu kalt ausfielen.

Sonne machte zahlreiche Überstunden
Auch die Sonne schien im gesamten Land deutlich häufiger als im Durchschnitt, meist sind 20 bis 40 Prozent mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel zusammengekommen. „Die absolut sonnigsten Orte sind in Niederösterreich beheimatet“, weiß Meteorologe Spatzierer. „Mit 254 Sonnenstunden hat Irnfritz in dieser Rangliste die Nase vorne, mehr als 200 Sonnenstunden konnte man aber in jeder Landeshauptstadt genießen.“

Im Großteil Österreichs viel zu trocken
Neben den viel zu hohen Temperaturen war auch die anhaltende extreme Trockenheit vor allem nördlich der Alpen markant. Einzig von Lienz bis Graz wurde das Niederschlagssoll erreicht, im Grazer Becken sogar übertroffen. Verantwortlich hierfür waren nahezu ortsfeste Gewitter, die am 16. April für anhaltenden Platzregen sorgten. In Graz fielen dabei innerhalb von sechs Stunden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter Regen (Bild unten). Diese Menge ist größer als der mittlere Gesamtniederschlag des Aprils und entspricht in etwa einem Zehntel des jährlichen Niederschlages in der steirischen Landeshauptstadt.

Im restlichen Land setzte sich hingegen die Trockenheit fort, die bereits im Februar ihren Anfang nahm. So fehlen im zurückliegenden Monat entlang und nördlich der Alpen durchwegs 50 Prozent auf das Soll, speziell vom Mühlviertel bis zum Neusiedler See sogar 80 bis 90 Prozent. In Allentsteig in Niederösterreich beispielsweise sind statt der üblichen 45 Liter pro Quadratmeter nur sechs Liter zusammengekommen - ein Defizit von 87 Prozent.

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