'Dirndl' und 'Gitsch'

Online-Atlas der deutschen Dialekte im Alpenraum

Web
27.07.2009 11:55
Das Elsbethner "Dirndl", die Pinzgauer "Mötzn", die Tiroler "Gitsche" und die Vorarlberger "Schmelg" - für all diese Dialektausdrücke aus dem Alpenraum gibt es im Hochdeutschen einen einzigen Begriff: Mädchen. Das ist nur ein Beispiel aus dem neuen Dialektatlas der Arge Alp, der die Vielfalt der deutschen Sprache im Alpenraum dokumentiert. Im Internet sind nun die unterschiedlichen Dialekte nachzuhören. In Österreich gehören der Arge Alp Vorarlberg, Tirol und Salzburg an, weshalb sich die Datenbank auf "österreichische" Sprachbeispiele aus diesen drei Bundesländern beschränkt.

Die Website liefert Aufnahmen aus 27 Orten im deutschsprachigen Alpenraum. "Wir haben rund 5.500 Begriffe, Redewendungen und Sätze gesammelt", erklärte der Salzburger Germanist Hannes Scheutz. Erfasst wurden Dialekte zwischen Graubünden in der Schweiz über Vorarlberg, Tirol und Salzburg bis in den bayerischen Raum sowie in Südtirol und im Trentino. In Auftrag gegeben wurde der Atlas von der Arge Alp.

Den Link zum Dialektatlas findest du in der Infobox!

Zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten
Per Mausklick kann sich der Nutzer die unterschiedlichen Dialektausdrücke, Sprechweisen oder Satzkonstruktionen je nach Region anhören und vergleichen. Wie sich die Mundart verändert, dokumentieren die Vergleiche zwischen älteren und jüngeren Sprechern. Dabei zeigt sich, dass die kleinräumigen Formen des Dialektes tendenziell verschwinden und sich größeren Regionen anpassen. Ergänzt wird die Homepage mit Hintergrundinformation zu den einzelnen Mundarträumen und sprachlichen Grenzziehungen sowie durch ein Dialekt-Quiz.

Der Dialektatlas sei kein "sprachliches Kuriositätenkabinett", stellte Scheutz klar. Ihm gehe es darum, einer breiteren Öffentlichkeit die Bedeutung der sprachlichen Vielfalt und der kulturellen Wurzeln zugänglich zu machen. Dialekte seien vollwertige Sprachen und keine "schlampigen oder minderwertigen Ausdrucksformen". Die Hochsprache sei eine Sprache der Distanz, des überregionalen Verkehrs. Der Dialekt sei eine Sprache der Nähe, die sich ständig weiterentwickle und verändere.

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