Mo, 20. August 2018

Pollen-Tagebuch

24.02.2009 15:59

Online-Tagebuch hilft Allergikern bei Diagnose

Des einen Freud, des anderen Leid: In wenigen Wochen ist Frühlingsbeginn - und damit fällt auch der Startschuss für die diesjährige Pollensaison. Der Pollenwarndienst hat für die Betroffenen ein neues Hilfsmittel entwickelt: ein Pollen-Tagebuch. Dieses ist in mehreren Sprachen im Internet kostenlos abrufbar. Dabei werden die individuellen Beschwerden des Allergikers mit dem regionalen Pollenaufkommen in Verbindung gebracht - egal, wo in Europa er sich aufhält. Außerdem kann sofort abgeklärt werden, ob es sich bei seinen Beschwerden um eine Verkühlung oder einen Heuschnupfen handelt.

"Im Unterschied zu den anderen Kalendern wird der tatsächliche Aufenthaltsort des Patienten berücksichtigt", erklärt Siegfried Jäger, Leiter des Pollenwarndienstes.

Durch das Pollen-Tagebuch wird auch die Arbeit des Arztes erleichtert: "Die Daten können zum Beispiel eine Diagnose erhärten", fügt Wolfgang Gstöttner, Vorstand der HNO-Klinik Wien, hinzu. Auch die Therapie könne mit Hilfe der Notizen besser kontrolliert und optimiert werden.

Pollen-Tagebuch
Das Pollen-Tagebuch im Internet ist ein nützliches Hilfsmittel. Vielleicht auch für die Grazerin Josefa, die das Pollenleid nur allzu gut kennt: "Wenn sich alle anderen auf den Frühling freuen, beginnt für mich eine Horrorzeit. Jedes Mal, wenn ich rausgehe, muss ich niesen, die Nase rinnt und die Augen schwellen an." In Österreich gibt es rund eine Millionen Pollenallergiker. Am häufigsten leiden die Betroffenen an Gräserpollen, gefolgt von der Birke, Ragweed und Beifuß.

Allergie-Symptome
"Die Symptome sind zum Beispiel Niesen, rinnende Nase sowie rote juckende Augen", zählt Gstöttner auf. Die Beschwerden können von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ausfallen. "Bei Gräsern und Birke ist sind eher Nase, Augen und Rachenraum betroffen, bei Ragweed kommt es hingegen relativ schnell zu Lungenbeschwerden", so der Mediziner.

Kreuzreaktion
Doch es ist nicht nur der Blütenstaub, der den Betroffenen Sorgen macht. Oft reagieren sie auch auf bestimmte Lebensmittel allergisch. So kann es zum Beispiel bei einer Allergie gegen Beifußpollen zu einer Kreuzreaktion mit Sellerie, Karotte oder Kamille kommen. Die Beschwerden sind aber andere: "Es kommt zu Schwellungen im Kopf- und Halsbereich, auch Hautreaktionen sind möglich", so Gstöttner.

Keine Lappalie
Eine Pollenallergie ist keine Lappalie und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es kann sogar zu chronischen Atembeschwerden und irreversiblen Umbauvorgängen in den Bronchien und der Lunge kommen. Es gibt aber Hilfe. Im Akutfall unterdrücken Medikamente in Form von Sprays oder Tabletten die Symptome. Mittels einer Hypersensibilisierungstherapie sei sogar ein langfristiger Erfolg möglich. "Dabei wird man schrittweise an das Allergen gewöhnt", so der Mediziner. Die Therapie dauert zwei bis drei Jahre. "Bei Pollenallergien liegt der Erfolg bei 90 Prozent", fügt Jäger hinzu.

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