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21.12.2014 - 12:18

Briten wegen Witzen auf Twitter aus USA geworfen

31.01.2012, 15:32
Briten wegen Witzen auf Twitter aus USA geworfen (Bild: thinkstockphotos.de, twitter.com, dhs.gov, krone.at-Grafik)
Foto: thinkstockphotos.de, twitter.com, dhs.gov, krone.at-Grafik
Zwei junge Briten haben vergangene Woche am eigenen Leib erfahren, dass die USA in puncto Sicherheit keinen Spaß verstehen. Leigh Van Bryan und Emily Bunting wurden direkt nach der Landung in den USA durchsucht, verhaftet, verhört und zwölf Stunden lang in eine Zelle mit mexikanischen Drogendealern geworfen. Schuld waren scherzhaft gemeinte Kurznachrichten auf Twitter, die dummerweise Worte wie "die USA zerstören" beinhalteten.

Bryan, 26, und Bunting, 24, kamen bei ihrem USA- Trip nur bis zum Flughafen von Los Angeles. Schließlich war das Department of Homeland Security, das Heimatschutzministerium der USA, schon lange zuvor auf ihre Twitter- Nachrichten aufmerksam geworden.

Am 3. Jänner etwa hieß es: "In drei Wochen werden wir in L.A. sein, Leute am Hollywood Boulevard ärgern und Marilyn Monroe ausgraben!" Am 16. Jänner folgte ein weiterer witzig gemeinter Verbalanschlag: "Hast du diese Woche Zeit für schnelles Tratschen/Vorbereiten, bevor ich gehe und die USA zerstöre?"

Fünfstündiges Verhör war kein Witz

Wie die "Daily Mail"  berichtet, konnte das US- Heimatschutzministerium mit dem Humor der Briten nichts anfangen. Direkt am Flughafen wurden die vermeintlichen Sicherheitsrisiken durchsucht und verhaftet. Wie Bunting beschreibt, war das folgende fünfstündige Verhör kein Witz: "Die Beamten haben uns gesagt, dass wir wegen Leighs Tweet nicht ins Land dürfen. Sie wollten wissen, was wir tun würden. Sie haben gefragt, warum wir Amerika zerstören wollen, und wir haben versucht zu erklären, dass das heißen sollte, sich zu betrinken und zu feiern."

Beamte suchten Schaufel und Spaten

Dabei habe sie mehrmals Schwierigkeiten gehabt, nicht lauthals loszulachen, so Bunting. Etwa als sie von den Beamten gefragt wurde, ob sie als Wache fungieren hätte sollen, während Bryan Marilyn Monroe ausgrabe. "Ich konnte es einfach nicht glauben, denn das war ein Zitat aus der Comedy- Sendung 'Family Guy', einer amerikanischen Show." Zudem seien ihre Koffer durchsucht worden - auf der Suche nach Schaufel und Spaten.

Nacht in der Zelle mit Kokainschmugglern

Auch Van Bryan hatte Mühe, seine Gefühle zu ordnen - einerseits sei es "fast lustig" gewesen, andererseits "wirklich beängstigend". "Die Agenten der Homeland Security haben mich wie einen Terroristen behandelt." Nach dem fünfstündigen Verhör wurde die Lage der jungen Briten nicht besser - sie wurden über Nacht ins Gefängnis gebracht. Dort wurden auch noch zwei "riesige Mexikaner voller Tätowierungen", nach eigenen Angaben Kokainschmuggler, in Bryans Zelle gesteckt.

US- Behörden verstehen bis zum Schluss keinen Spaß

Am nächsten Tag wurden die beiden Briten zurück nach Großbritannien deportiert. Dass sie keine echte Gefahr darstellten, ist den US- Behörden offenbar immer noch nicht klar. In deren Unterlagen, warum Bryan die Einreise in die USA verweigert wurde, heißt es nämlich: "Herr Bryan hat bestätigt, dass er auf seinem Website- Account auf Tweeter [sic!] gepostet hat, dass er in die Vereinigten Staaten gekommen war, um das Grab von Marilyn Monroe aufzugraben. Ebenfalls auf seinem Tweeter- Account hat Herr Bryan gepostet, dass er komme, um Amerika zu zerstören."

USA überwachen Internet genau

Eine Lehre lässt sich aus den Vorkommnissen ziehen: Wer vorhat, in den USA Urlaub zu machen, sollte keine möglicherweise verhängnisvollen Nachrichten im Internet veröffentlichen. Schließlich berichtete  die Nachrichtenagentur Reuters erst vor zwei Wochen, wie genau das Department of Homeland Security verschiedenste soziale Netzwerke überwacht. Demnach stünden öffentlich verfügbare Inhalte auf Websites wie Facebook, Twitter, WikiLeaks, aber auch Klatsch- Seiten und Blogs unter genauer Beobachtung. Die Ergebnisse würden nicht nur vom Heimatschutz, sondern unter anderem auch von Grenzschutz und Geheimdienst verwendet, heißt es.

bge
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