Brasilianische Staatsanwälte beschwerten sich im Sommer letzten Jahres lautstark über Google, weil das in den USA ansässige Unternehmen keine Userdaten zu Kinderpornoverdächtigen herausgeben wollte. Google sperrte bloß die Useraccounts und nahm einschlägiges Material von seinen Servern.
Google berief sich dabei auf US-Gesetze, an die es gebunden sei, und deshalb keine Userdaten für die Justiz herausgeben dürfte. Wohlgemerkt: Ungefähr zur selben Zeit stand Google im Kreuzfeuer der Kritik, weil man mit der chinesischen Regierung kooperierte. Es stand auch die Herausgabe von Userdaten im Raum.
Google will brasilianische Justiz "informieren"
Googles Brasilien-Chef Alexandre Hohagen versicherte jetzt bei einer Anhörung im brasilianischen Senat, das Unternehmen werde sich in Zukunft aktiv am Kampf gegen Kinderpornografie beteiligen. Man werde auf Orkut Filter installieren, die das Posten von einschlägigem Material verhindern sollen. Außerdem wird man bei Bedarf die brasilianische Regierung "informieren" und entsprechendes Bildmaterial und Texte (die brasilianische Regierung verlangte in der Vergangenheit auch Daten über Personen, die sich der Verhetzung schuldig gemacht haben sollen) bereitstellen.
Über die Herausgabe von Daten, die Google bei Usern, die einschlägiges Material auf Orkut begutachten, in Zukunft ein halbes Jahr statt 30 Tagen aufbewahren wird, verlor Hohagen jedoch kein Wort. Die Zusage, späteres Beweismaterial herauszugeben, reichte den brasilianischen Senatoren aber offenbar schon. "Das Internet erlaubt es Pädophilen, im Dunkeln zu bleiben. Es wird Zeit, dass wir die Dunkelheit mit Gefängniszellen tauschen", sagte ein Senator.
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