Scheitert Mission?

„Timmys“ Tracker sendet endlich, aber nur manchmal

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Von krone.at

Nach Stunden der Ungewissheit gibt es nun eine erste, vorsichtige Entwarnung im Fall des freigesetzten Buckelwals „Timmy“: Der Peilsender liefert offenbar endlich Signale. Doch statt Klarheit bringt das neue Probleme.

Der Wal schwimmt seit seiner Freilassung am Morgen im offenen Meer. Lange blieb völlig unklar, wo er sich befindet. Nun berichtet die „Bild“, dass der Sender zumindest sporadisch Daten übermittelt.

Hoffnungsschimmer – aber Technik offenbar beschädigt
Laut „Bild“-Informationen sendet der Tracker nicht konstant. Möglicherweise wurde er beschädigt, als der Wal die Barge verließ. Dennoch deuten die bisher empfangenen Daten darauf hin, dass sich das Tier in die richtige Richtung bewegt. Das wäre zumindest ein erstes positives Signal nach der umstrittenen Rettungsaktion.

An dieser Position entließ die „Fortuna B“ den Buckelwal „Timmy“ wieder in die Freiheit.
An dieser Position entließ die „Fortuna B“ den Buckelwal „Timmy“ wieder in die Freiheit.(Bild: Screenshot: vesselfinder.com, Krone KREATIV)

Wale und Technik passen schlecht zusammen
Die Schwierigkeiten könnten allerdings systembedingt sein. Wale müssen regelmäßig zum Atmen auftauchen – genau das unterbricht den notwendigen Wasserkontakt für den Sender.

Gleichzeitig kann der Peilsender seine Daten nur an der Oberfläche übertragen. Taucht der Wal nur kurz auf und ist das Netz schwach, reicht die Zeit oft nicht aus, um Positionsdaten zu senden. Schon zuvor hatte Initiatorin Karin Walter-Mommert laut „Bild“ erklärt, man warte darauf, dass der Tracker „anspringt“.

Der Buckelwal ist nach der Freilassung verschwunden, der GPS-Tracker liefert einfach keine ...
Der Buckelwal ist nach der Freilassung verschwunden, der GPS-Tracker liefert einfach keine Daten.(Bild: AFP/SEBASTIAN PETERS, Krone KREATIV)

Experte warnt: „Das wäre eine Katastrophe“

Die Unsicherheit bleibt für Experten ein massives Problem. Walforscher Fabian Ritter warnte bereits zuvor in der „Bild“: „Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe.“

Die Infografik stellt die Rettungsaktion eines Buckelwals dar, der von der Wismarbucht in Deutschland in die Nordsee transportiert wurde. Ein Teil zeigt das Tier in einem speziellen, mit Wasser gefüllten Lastkahn, der etwa 50 Meter lang ist. Der Wal war 12 Meter lang und wurde mit einem Schiff zur Nordsee gebracht. Eine Karte zeigt den Transportweg durch Dänemark, wobei der Wal am 2. Mai freigelassen wurde. Quelle: APA.

Auch jetzt, mit nur sporadischen Signalen, bleibt offen, ob das Verhalten des Tieres überhaupt verlässlich beurteilt werden kann. Ohne stabile Daten lässt sich der Erfolg der gesamten Mission kaum bewerten.

Streit um fehlende Transparenz
Parallel wächst der Druck auf die Verantwortlichen. Trotz erster Signale fehlen weiterhin die angekündigten umfassenden Tracking-Daten. Wie die „Bild“ berichtet, hat das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern die Daten mehrfach angefordert. Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth erklärte demnach, dass diese bislang nicht übermittelt worden seien. Damit verschärft sich der Konflikt zwischen Behörden und Initiative weiter.

Wal auf riskanter Route unterwegs
Unabhängig von den technischen Problemen bleibt die Lage für das Tier heikel. Der Wal wurde in einer stark befahrenen Schifffahrtsroute freigesetzt und gilt weiterhin als geschwächt.

Kritiker hatten bereits davor gewarnt, dass sich das Tier zwar von der Küste entfernt – aber damit noch lange nicht gerettet ist.

Prominente Stimmen und interne Konflikte
Auch der bekannte Meeresaktivist Robert Marc Lehmann meldete sich nach der Freilassung zu Wort. In einer Instagram-Story schrieb er: „Good luck. Have fun. Don’t die“ – begleitet von Kritik an früheren Abläufen der Rettungsaktion, die er bereits zuvor als „unkoordiniert“ bezeichnet hatte.

Rettung noch lange nicht abgeschlossen
Trotz aller Kritik mahnt Walforscher Fabian Ritter zur Differenzierung. Die Freilassung sei lediglich ein erster Schritt. Der Wal scheine zwar zunächst „ganz gut zurechtzukommen“, entscheidend seien jedoch die kommenden Tage. Ohne funktionierende Senderdaten bleibt genau das im Dunkeln.

Zukunft des Wals weiter völlig ungewiss
Die ersten Signale des Peilsenders sind ein wichtiges Lebenszeichen – mehr aber vorerst nicht. Ob der Wal tatsächlich auf dem Weg in sichere Gewässer ist, lässt sich derzeit nicht verlässlich sagen. Fest steht jedenfalls: Die Rettungsmission ist noch lange nicht entschieden.

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