Vogelschützer warnen

Dramatischer Rückgang: Schwalben in Gefahr!

Tierecke
12.05.2026 14:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vogelschützer warnen: Die Bestände der Schwalben, insbesondere der Mehlschwalben, sind seit Jahren stark rückläufig. Schuld war unter anderem der heftige Kälteeinbruch im September 2024.

Der Bestand der Mehlschwalbe ist seit 1998 um im Schnitt 40 Prozent zurückgegangen, so Birdlife. Besonders dramatisch sei jedoch die jüngste Entwicklung: 2025 brach der Bestand im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent ein. Die Bestandsgröße für 2025 liege um gut 60 Prozent unter dem Ausgangswert des Jahres 1998.

„Tagelanger Starkregen und ein plötzlicher Kälteeinbruch im September 2024 traf tausende Mehl-, Rauch- und Felsenschwalben während des Zuges in ihre Überwinterungsgebiete. Geschwächt, durchnässt und ohne die Möglichkeit, Insekten im Flug zu fangen, endete dieses Extremwetterereignis für viele tödlich“, berichtete Evelyn Hofer von Birdlife Österreich. „Aktuell zeigen sich starke Hinweise auf das Ausmaß dieser Katastrophe: Der Verlust nahezu jeder zweiten Mehlschwalbe in nur einem Jahr ist alarmierend und trifft eine im Bestand ohnehin stark geschwächte Vogelart.“

Tipps zur Unterstützung der Tiere

  • Nester erhalten und dulden: Auch wenn Verschmutzung ein Thema ist, lassen sich mit einfachen Brettern unter den Nestern Kotablagerungen vermeiden.
  • Nistmaterial bereitstellen: Schwalben benötigen Lehm für den Nestbau. Kleine „Gatschlacken“, die feucht gehalten werden, können hier helfen. Künstliche Nisthilfen anbringen: Diese werden gut angenommen und können als Initialzündung für eine neue Brutkolonie dienen.
  • Insekten fördern: Blühflächen, Naturwiesen und naturnah gestaltete Grünräume und Gärten sowie der Verzicht auf Insektizide.

Zentrale Rolle in unserem Ökosystem
Schwalben spielen eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem. „Als Insektenfresser vertilgen sie täglich große Mengen an Fluginsekten, darunter auch viele Arten, die von uns Menschen als unangenehm empfunden werden, wie Fliegen und Gelsen. Damit tragen sie zur natürlichen Regulation der Insektenbestände bei und sind somit ein wichtiger Bestandteil funktionierender Nahrungsketten, die für das Gleichgewicht von Ökosystemen wesentlich sind“, erläuterte Hofer.

Neben Extremwetterereignissen geraten Mehlschwalben zunehmend durch menschliche Eingriffe unter Druck. „Immer wieder werden Nester abgeschlagen – bei Renovierungen, Bauarbeiten oder schlicht aus Bequemlichkeit. Oft geschieht das sogar mitten in der Brutzeit. Was viele dabei unterschätzen: Mit jedem entfernten Nest geht nicht nur eine Brut verloren, sondern auch der Brutplatz, den Schwalben oft über viele Jahre nutzen. Das hat langfristige Auswirkungen auf die gesamte Population“, erklärt Hofer.

Dabei ist die absichtliche Entfernung von Vogelnestern während der Brutzeit in Österreich grundsätzlich verboten. Darüber hinaus dürfen dauerhafte Brutstätten (Nester, die mehrfach genutzt werden können), wie die Nester von Schwalben auch außerhalb der Brutzeit nicht zerstört werden. Sofern Nester entfernt werden müssen, ist eine behördliche Bewilligung erforderlich. Die Missachtung kann laut Birdlife eine Anzeige der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde (Naturschutzgesetz des Landes und Paragraf 222 Strafgesetzbuch – Misshandlung, absichtliche Tötung) und entsprechende Strafzahlungen zur Folge haben.

„Schwalben sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Schon kleine Maßnahmen können einen großen Unterschied machen“, betonte Hofer. 

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