Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer der Attingo-Datenrettung weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass Racheakte en vogue sind: "Wir registrieren heuer nahezu eine Verdoppelung von Fällen mit Sabotageverdacht." Selbst große Konzerne mit gut funktionierender IT-Abteilung sind oft nicht vor Attacken der eigenen Mitarbeiter gefeit. "Die Gefahr kommt leider oft von innen", warnt Ehrschwendner.
Gerade vor dem Jahreswechsel kommt es immer wieder zu besonders vielen Racheaktionen: Denn da werden Beschäftigungsverhältnisse nicht verlängert, Kündigungen wirksam oder Mitarbeiter von der Konkurrenz abgeworben. Manchmal werden auch für das Unternehmen überlebenswichtige Daten nicht nur gelöscht, sondern zum neuen Arbeitgeber oder in die Selbstständigkeit mitgenommen.
Doch in solchen Fällen muss noch kein endgültiger Schaden entstehen: Denn auch vermeintlich gelöschte Daten können vom Spezialisten meist noch rekonstruiert werden: "Wir können in mehr als neunzig Prozent der Fälle Daten wiederherstellen", versichert der Geschäftsführer. In vielen Fällen kann nach einer forensischen Analyse sogar der schuldige Saboteur gefunden, bzw. schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden.
Was also tun, wenn Daten vernichtet wurden? "Am besten ist es, das System gar nicht erst hochzufahren und schon gar nicht versuchen, selbst Hand anzulegen." Der Grund: Jeder einzelne Vorgang im Betriebssystem - sogar das bloße Öffnen von Anwendungen - kann dazu führen, dass gelöschte Daten endgültig überschrieben werden, und dann nicht mehr rekonstruierbar sind. "Das Sicherste ist, das System abzuschalten und dem Spezialisten zur Analyse zu übergeben." (pte)
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