Purer Luxus

Maybach Landaulet: Majestätisch Sternderl schaun

Motor
06.11.2007 16:35
Bisher sind bei Maybach eigentlich nur die Preise und der Luxus nach oben offen – jetzt ist es auch ein Auto der Privilegierten-Marke. Mit dem offenen Maybach Landaulet belebt die Mercedes-Tochter die hohe Kunst des Baus herrschaftlicher Automobile wieder. Ganz in der Tradition exklusiver Landaulets kann das Dach dieses in schimmerndem Weiß glänzenden Einzelstücks im Fond komplett geöffnet werden, während das Chauffeur-Abteil rundum geschlossen bleibt. Protziger geht’s nimmer.
(Bild: kmm)

Die einen kratzen die letzten Euros zusammen, um sich irgendeine Schüssel leisten zu können, andere diskutieren über den Ausstoß von Kohlendioxid – und ganz andere sind auf eine ganz andere Art naturverbunden. „Über den Fahrgästen spannt sich dann nur noch der blaue Himmel“, beschreibt Maybach die offene Kutsche. Aber lassen wir den Neid mal beiseite (auch wenn die Scheichs, die dafür weit über eine Million Euro überweisen werden, das viele Geld von den Autofahrern haben) und schauen uns einfach ein arges Auto an.

Extrem luxuriös
Auf opulenten, mit edlem weißem Leder bezogenen Fauteuils genießen die Passagiere in einer extrem luxuriösen Umgebung ein majestätisches Open-Air-Erlebnis, wie es ihnen derzeit kein anderes Automobil in Aussicht stellen kann.

Basis ist der auch schon nicht gerade spartanische Maybach 62 S, bei dem statt des hinteren Dachmoduls ein schwarzes Verdeck montiert wurde. Die Seitenwände wurden durch integrierte Stahlrohre verstärkt. Im geschlossenen Zustand liegt das schwarze Verdeck des Landaulets in dem durch die Dachbögen gebildeten Dachrahmen auf und schließt wind- und wetterdicht. Auf Geheiß betätigt der Chauffeur 16 Sekunden lang einen Schalter auf der Mittelkonsole und öffnet so das Dach, das sich dann auf die Hutablage faltet. Dann muss er jedoch aussteigen und eine weiße Leder-Persenning drüberziehen. Schließlich soll hier nicht der Eindruck eines billigen Roadsters entstehen, bei dem es egal ist, wenn man die Dachmechanik zu sehen bekommt.

Schwarz für den Fahrer, weiß im Fond
An diesem Landaulet ist so ziemlich alles in edlem Weiß gehalten (sogar die Felgen), außer dem Bereich des Fahrers, wo viel Klavierlack und besonders exklusives, tiefdunkles, glänzendes Leder zum Einsatz kommt. Das Passagierabteil ist mit weißem Leder ausgeschlagen, der Boden ist mit weißem Veloursteppich belegt, der Dachhimmel mit weißem Stoff bezogen. Einen Kontrast dazu bilden Applikationen und Zierteile in glänzendem schwarzem Klavierlack oder aus schwarzem Granit mit vielen goldenen Einschlüssen. 

Lauschig zweisam auf Knopfdruck
Das üppige Platzangebot im Fond entspricht dem Maybach 62. Die zwei großzügigen Einzelsitze First-Class-Fauteuils moderner Passagierjets und lassen sich dementsprechend in die Horizontale bewegen. Die in der Trennscheibe zum Chauffeur eingebettete Flüssigkristallfolie lässt sich auf Knopfdruck undurchsichtig machen.

Für Spaß und Unterhaltung sorgen DVD-Spieler, Sechsfach-CD-Wechsler, Kühlfach mit eigenem elektrischen Kompressor sowie ein intelligentes System, das Gläser, Kelche und Champagnerflaschen sicher in Position hält. 

Ach ja, und ein Auto ist es auch:
Angetrieben wird der Maybach Landaulet von einem V12-Biturbo-Motor, der aus 5980 Kubikzentimetern Hubraum eine Höchstleistung von 450 kW/612 PS. Sie steht zwischen 4800 und 5100 Umdrehungen zur Verfügung, das Drehmomentmaximum von beeindruckenden 1000 Newtonmetern liegt zwischen 2000 und 4000 Umdrehungen an.

Für angemessenen Komfort und ebensolche Fahrdynamik sorgt eine elektronisch gesteuerte Luftfederung mit Adaptivem Dämpfungs-System. Neben groß dimensionierten innenbelüfteten Bremsscheiben – an der Vorderachse mit jeweils zwei Bremszangen – arbeiten in der Landaulet-Studie wie im Maybach 62 S gleichzeitig zwei elektrohydraulische Bremssysteme.

Derzeit ist der Maybach Landaulet nur eine Studie, die in Dubai präsentiert wird. Eine kleine Serie ist aber geplant. Für weit über eine Million Euro dürfen reiche Scheichs dann sechs bis zwölf Monate auf ein individuell gebautes Gefährt warten. Unsereiner bekommt sein Auto wenigstens schneller. Auch was wert.

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(Bild: kmm)



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