Do, 21. Juni 2018

Klage verloren

05.10.2007 16:03

Musikpiratin muss 220.000 Dollar Strafe zahlen

In ihrem Kampf gegen Musikpiraterie hat die US-Musikindustrie am Donnerstag einen entscheidenden Sieg errungen. Zwölf Geschworene haben die 30 Jahre alte Amerikanerin Jammie Thomas im US-Staat Minnesota für schuldig befunden. Durch die Weitergabe von Musikdateien an andere Internetnutzer habe sie die Urheberrechte führender Plattenfirmen verletzt. Die allein stehende Mutter wurde zu einer Geldstrafe von über 220.000 Dollar verurteilt, exklusive Anwaltskosten.

Umgerechnet rund 155.929 Euro muss die Angestellte an den Verband der Recording Industry Association of America (RIAA) in den nächsten Jahren abstottern, weil sie unter den Namen "tereastarr" über den Filesharing-Service von Kazaa rund 1.700 Musik-Dateien verbreitet und somit Millionen von Internetnutzern zugänglich gemacht hat.

Bei dem Verfahren handelt es sich um die erste der zigtausend Filesharing-Klagen in den USA, die es bis zu einer Verhandlung vor einem Geschworenengericht gebracht hat. Bisher hatten sich die meisten Beklagten aus Furcht vor den finanziellen und rechtlichen Folgen mit der RIAA außergerichtlich geeinigt.

Thomas hatte dies abgelehnt und die Vorwürfe von Verbreitung illegaler Downloads abgestritten. Nun muss sie für jeden der insgesamt 24 nachweislich illegal heruntergeladenen und verbreiteten Songs eine Strafe von rund 6.500 Euro zahlen. Wäre sie für alle 1.700 Songs, die auf ihrer Festplatte gefunden wurden, verurteilt worden, wäre eine Geldstrafe in Millionenhöhe fällig geworden.

Brian Toder, Thomas' Anwalt, nach der für seine Mandantin niederschmetternden Urteilsverkündung: "Das ist ein Mädchen, das von Lohnscheck zu Lohnscheck lebt, und plötzlich wird ihr für den Rest ihres Lebens ein Viertel ihres Einkommens genommen." Die RIAA zeigt sich unterdessen erfreut vom Ausgang des Verfahrens. Man hoffe damit verdeutlichen zu können, dass das Herunterladen und Verteilen von Musik nicht okay ist, so RIAA-Anwalt Richard Gabriel.

Bei einem angenommen Verkaufspreis von 15 Euro pro CD hätte sich Thomas für ihre nun zu zahlende Strafe übrigens etwa 10.395 Alben kaufen können und somit ein Vielfaches der 1.700 Songs auf ihrer Festplatte zu hören bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.