Mo, 25. Juni 2018

"Selige Kindheit"

03.10.2007 17:37

Immer mehr Kinder leiden unter Stress

Kinder und Jugendliche geraten immer mehr unter Druck. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Jugendrotkreuz hervor. Hauptursachen für dieses Phänomen sind der Konkurrenzdruck in Schule und Ausbildung sowie die Erwartungshaltung der Eltern.

75 Prozent der befragten Kinder geben an, dass der größte Druck in ihrem Leben von der Schule ausgeht. 73 Prozent hingegen fühlen sich von den hohen Erwartungshaltungen der Eltern überfordert. "Wird der Druck zu groß, können Jugendliche mit Aggression, Depression oder Rückzug vor der Außenwelt reagieren", erklärt Karl Zarhuber, Generalsekretär des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Diese Phänomene könnten in Form von Koma-Trinken, Magersucht oder gewalttätigen Auseinandersetzungen täglich beobachtet werden. Die Ergebnisse seien zutiefst alarmierend, so Zarhuber.

Besonders signifikant sei das Ergebnis, dass 52 Prozent der Bevölkerung der Ansicht sind, dass die sich ständig verändernde Welt für die Jugend eine große Herausforderung darstelle, betonte der Generalsekretär. Zugleich sei aber genau diese Gruppe davon überzeugt, dass die Teenager mit dieser Situation nicht zurande kommen. Mit 72 Prozent findet die Forderung, dass Schulen sich mit diesem Problem befassen sollten, große Zustimmung. 46 Prozent der Befragten glauben jedoch nicht an eine positive Lösung aus diesem Bereich. 43 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass selbst die Eltern mit diesem erweiterten Erziehungsauftrag überfordert seien.

Mehr als die Hälfte hat Angst vor Sexverbrechern
Auch im privaten Umfeld haben Kinder und Jugendliche vor vielen Dingen Angst: 52 Prozent der sechs bis 14-Jährigen ängstigen sich vor einem Sittlichkeitsverbrechen. 59 Prozent fürchten sich davor, dass einem Familienmitglied etwas zustößt. Große Angst vor der Zukunft haben 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen, 48 Prozent vor einer schweren Krankheit und dem Sterben.

Das Österreichische Jugendrotkreuz sieht aufgrund dieser alarmierenden Zahlen akuten Handlungsbedarf. Es müsse rasch etwas geschehen, erklärte Zarhuber. "Wir brauchen grundlegende Änderungen im Schul- und Gesellschaftsbereich." Die müssten zum großen Teil von den politisch Verantwortlichen realisiert werden, so der Generalsekretär abschließend.

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