„Krone“-Kommentar

Nicht Wien ist anders – Graz ist anders!

Kolumnen
24.06.2026 05:30

Wenn in einem Jahr wie diesem österreichweit kein einziges Bundesland seinen Landtag wählt, wenn keine Nationalrats- oder Bundespräsidentschaftswahlen anstehen, dann wächst eine Wahl wie jene am Sonntag in der Landeshauptstadt Graz in ihrer Bedeutung.

Dabei sind die Umstände in Graz ganz spezielle: Eine rot-rot-grüne Regierung wie in der zweitgrößten Stadt Österreichs gibt es sonst nirgendwo, sie kann es sonst nirgendwo geben.

An der Spitze dieser Stadtregierung steht eine kommunistische Bürgermeisterin, die bei den Wahlen vor fünf Jahren den lange regierenden ÖVP-Stadtchef ablöste – mit Unterstützung starker Grüner und schwacher Roter.

Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Geschäftsführender ...
Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Am Dienstag diskutierten die Spitzenkandidaten in der Grazer „Krone“-Redaktion hitzig – und das war nicht nur den heißen Außentemperaturen geschuldet. Die Themen unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen in anderen größeren Städten: Wohnen, Soziales, Finanzen, vor allem Verkehr.

Die Personen unterscheiden sich jedoch – ganz besonders KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr, bodenständig wie selbstbewusst. Dazu der smarte schwarze Herausforderer, ein unbekannter blauer Kandidat, die polarisierende grüne Vizebürgermeisterin.

In Werbespots verbreitet der blaue steirische Landeshauptmann Mario Kunasek, KPÖ und ÖVP würden für eine eventuelle Koalition nach der Wahl bereits geheim verhandeln ...

Tja. Lange galt als Weisheit: Wien ist anders. Die Wahrheit: Graz ist anders!

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