Der streng geschützte Feldhamster, der schon bei der Traisental Schnellstraße (S34) für Diskussionen gesorgt hat, taucht nun bei einem weiteren umstrittenen Projekt in Niederösterreich auf. Tierschützer fordern daher die sofortige Beendigung des geplanten Baus eines Fußballplatzes, um den seit Jahren gestritten wird.
Der Streit um den geplanten neuen Sportplatz des SC St. Pölten am Kremserberg geht in die nächste Runde. In der Hauptrolle: ein „alter Bekannter“ aus der Region. Der Feldhamster, der bereits bei den Planungen zur S34 für Diskussionen sorgte, soll nun auch ausgerechnet dort leben, wo die neue Heimspielstätte des Traditionsvereins geplant ist. Ein Spaziergänger will dort einen toten Nager entdeckt haben.
Der Wiener Tierschutzverein reagierte umgehend und erstattete Anzeige bei den Behörden. In dem Schreiben wird auf den strengen Schutzstatus der Art verwiesen. Der Verein fordert die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sowie die sofortige Beendigung sämtlicher Eingriffe in den möglichen Lebensraum der Tiere.
Die Tierschützer berufen sich in ihrer Anzeige auf das niederösterreichische Naturschutzgesetz sowie auf mehrere Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs. Demnach genießen Feldhamster und ihre Lebensräume einen weitreichenden Schutz.
Kein unmittelbarer Baustart
Bei der Stadt St. Pölten bestätigt man den Eingang der Anzeige. „Sie wird behandelt“, heißt es dazu knapp aus dem Rathaus. Einen unmittelbaren Baustart werde es ohnehin nicht geben. „Er kann erst nach dem Beschluss durch den Gemeinderat und der behördlichen Bewilligung erfolgen“, betont die Stadt. Für das Projekt werde sowohl ein baubehördliches als auch ein naturschutzbehördliches Verfahren durchgeführt.
Während Stadt und SC St. Pölten auf die Notwendigkeit einer neuen Heimstätte verweisen und bereits eine Förderzusage des Landes in Höhe von 2,5 Millionen Euro für das Projekt am Kremserberg vorliegt, kämpfen Anrainer seit Jahren gegen das Projekt. Sie befürchten mehr Verkehr, Lärm und den Verlust von Grünflächen.
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