Das war inbrünstig. Cristiano konnte es nach seiner Rekord-Show nicht lassen, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen und lauthals in die gerade vorbeischwenkende Kamera zu brüllen.
Es war ein leicht aggressiver, jedenfalls ernster, leidenschaftlicher Unterton. Raumgreifend stolzierte Cristiano Ronaldo Richtung Kamera, setzte eine ernste Miene auf. Und brüllte regelrecht: „I‘m back, I‘m back.“ Senkte seinen Blick wieder und stapfte selbstbewusst weiter.
Der Einzige
Das war eine Ansage. Und schier eine von Genugtuung getragene. Was hatte sich Ronaldo nach dem ersten Gruppenspiel Portugals gegen den Kongo (1:1) anhören dürfen (wenn er wollen hätte). Er sei gar nicht anwesend gewesen, zu harmlos, zu alt fürs ganz hohe Niveau sowieso – die Klassiker der Kritik erfuhren eine Renaissance. Ronaldos Zeit endgültig vorbei? Mitnichten. Am Dienstag erzielte der 41-Jährige beim 5:0 gegen Usbekistan in Houston einen Doppelpack (6., 39.) und ist nun der Einzige, der bei sechs WM-Turnieren zumindest einmal getroffen hat. Und wusste dieses Fest auch auf Social Media zu feiern. „Wir sind da“, schrieb er in einem Posting und zeigte sich selbst dazu bekannter breitbeiniger Jubelpose.
Auch national gab es einen Rekord, seine zehn WM-Tore sind in Portugal unerreicht. Mit vier Punkten ist der Aufstieg in der Gruppe K sehr wahrscheinlich. Ronaldo hatte zuvor in zehn Spielen auf WM- oder EM-Ebene nicht getroffen und war deshalb wie auch aufgrund des mageren Auftritts beim Auftakt-1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo mit viel Kritik konfrontiert gewesen. Nun gab er, der seit 2006 bei jeder WM dabei war, die beste Antwort.
„Natürlich schön, aber ...“
„Natürlich sind Rekorde für mich persönlich immer schön, aber mein Ziel ist es stets, der Nationalmannschaft dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen“, sagte Ronaldo. Die aktuelle Endrunde bleibt damit eine mit zahlreichen Glanzlichtern der absoluten Superstars, nachdem sich zuvor bereits der neue WM-Rekordtorschütze Lionel Messi, Kylian Mbappe, Erling Haaland oder Harry Kane in Torlaune präsentiert hatten.
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