Das Vorhaben der WSC klingt vielversprechend. Das System werde die gesamten USA mit drahtlosem Internet versorgen und somit vor allem die Abdeckung von ländlichen Gebieten sicherstellen. Downloadraten von bis zu 80 Megabit pro Sekunde sollen hierbei möglich sein. Blake Harris, Sprecher der WSC, erklärt, dass man die neue Technologie auf den Markt bringen will, sobald die analogen Frequenzen abgeschaltet werden. Dies passiert in den USA im Februar 2009. Zum Teil werden die Frequenzen zwar wieder von den TV-Anstalten besetzt, um HDTV digital auszustrahlen, jedoch bleiben dabei einige Frequenzen frei - die sogenannten White Spaces.
US-Telekomprovider fürchten Konkurrenz
Die Gegner der WSC, allen voran Broadcaster und Telekomprovider, führen verschiedene Argumente an. Die Technik könne die Ausstrahlung der Fernsehprogramme oder Telefongespräche stören, so das führende Argument der Fernsehbranche, die vehement vor den möglichen Folgen warnt. Zudem bringt WSC auch Telekommunikationsunternehmen und Kabelbetreiber gegen sich auf, die derzeit den Zugang zum Internet in den USA in der Hand haben. Eine kostengünstige, schnelle und überall verfügbare Zugangstechnik sehen sie natürlich als Gefahr für deren Geschäft. Aber der neue Standard ist noch lange nicht durch: Im Juli wurden die ersten Prototypen der WSC von der FCC als untauglich befunden. Bislang konnten die Anforderungen nur unter Laborbedingungen erreicht werden.
Europa: Fernsehstationen wollen alte Analog-Frequenzen
Auch in Europa stellt sich die Frage nach der weiteren Nutzung der analogen TV-Frequenzen. Die komplette Umschaltung auf digitales TV soll in der EU spätestens 2012 erfolgen. Mit der DVB-T-Nachfolgetechnik DVB-T2 werden die ersten Ansprüche auf frei werdende Analogfrequenzen bereits angemeldet. „In den skandinavischen Ländern wie auch in Großbritannien werden diese Frequenzen wieder von den TV-Sendern genutzt werden, um HDTV terrestrisch zu senden“, erklärt Jörg Robert, Forscher am Institut für Nachrichtentechnik an der TU Braunschweig. Die DVB-Group hat mittlerweile angekündigt, dass der DVB-T Nachfolgestandard bereits ab 2009 am Markt verfügbar sein wird. In Deutschland und Österreich ist die Einführung nicht sehr wahrscheinlich, da HDTV über Satellit ausgestrahlt wird. (pte)
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.