In der "3D-Mailbox" von World Market Watch wird jede E-Mail durch einen Avatar verkörpert (Bilder siehe Infobox). Je nach Einstellung in den Optionen handelt es sich dabei um braungebrannte Beach-Boys mit Sixpack oder dralle Schönheiten in knappen Bikinis. Wer sich nicht entscheiden kann, lässt sowohl Männlein als auch Weiblein an den Poolbereich ("Posteingang").
Wer sich jedoch auf der Liege niederlassen, im Pool schwimmen oder vom Turm springen darf, entscheidet der Türsteher, auch bekannt als "Spamfilter". Normale E-Mails bekommen Einlass gewährt, dürfen sich abduschen und anschließend am virtuellen Miami Beach ihr Dasein genießen. Spam hingegen, repräsentiert durch eine Art tätowierten Sumo-Ringer, wandert direkt an den Strand, wo er nach dem Löschen der Mail den sich in der Bucht tummelnden Haien zum Fraß vorgeworfen wird.
Etwas besser haben es da schon die konventionellen E-Mails: Sie dürfen nach dem Löschen weiterleben, fristen ihre virtuellen Tage fortan aber in einem dreckigen Hinterhof. Cocktails und entspannende Hintergrundmusik - auch das bietet die "3D-Mailbox" auf Knopfdruck - bietet hingegen der Bar-Bereich, wo sich versendete Mails angeregt unterhalten können. Der virtuelle Eislaufplatz ist für all jene Mails gedacht, deren weiteres Schicksal noch ungewiss ist.
So erweckst du deine Mails zum Leben
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und auch so einen unterhaltsamen E-Mail-Client sein Eigen nennen möchte, kann die Software über den Link in der Infobox herunterladen. Die "3D-Mailbox" ist kostenlos, lediglich die Angabe einer E-Mail-Adresse ist notwendig, um einen Aktivierungscode zu erhalten.
Nach der Installation werden automatisch die Einstellungen bereits zuvor installierter E-Mail-Programme (z.B. "Outlook") ermittelt, alternativ lassen sich sämtliche Eingaben auch manuell vornehmen, um die eingehende Post etwa von web-basierten E-Mail-Services wie GMX oder Hotmail abzurufen.
Dann muss man nur noch warten, bis die ersten Mails eintrudeln und es sich am Pool gemütlich machen. Mit einem Klick auf die unterschiedlichen Symbole der Kompassrose wechselt man zwischen den Schauplätzen, ein weiterer Klick ändert die Perspektive. Über die Pfeile kann die Kamera auch frei in alle Richtungen geschwenkt werden.
Einen kleinen Nachteil hat die "3D-Mailbox" aber - sie frisst Ressourcen. Die Hersteller empfehlen einen Windows-XP- oder Vista-Rechner mit 512 MB RAM, 128 MB Video RAM und einem 1,5 GHz Intel-Prozessor. Wer die grafischen Details in den Einstellungen jedoch nicht auf ein Maximum stellt, kommt auch mit älteren Rechnern aus.
Vom Strand an den Flughafen
Noch ein Hinweis: Alle zwei bis drei Monate wollen die Macher neue (dann allerdings kostenpflichtige) Levels, in denen sich die E-Mails vergnügen können, zum Download anbieten. Für rund 22 Euro können Interessierte sich derzeit das "Los Angeles Airport"-Szenario herunterladen. Ein- und ausgehende Mails werden hier durch startende und landende Flugzeuge symbolisiert.
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