Kids lieben SMS

SMS = Vorsprung vor den Eltern ;-)

Elektronik
28.05.2003 11:36
Da kommt Freude auf! Wenn Kids SMS verschicken, kriegen die Eltern genau gar nichts mit. Wenn sie überhaupt kapieren, was es mit SMS auf sich hat, ist noch lange nicht gesagt, dass sie selbst eines schreiben können. In jedem Fall bleibt die Nachricht aber geheim. Das wurmt die Eltern – und freut die Kids tierisch. Nicht der einzige Grund, warum fast alle Jugendlichen regelmäßig Kurzmitteilungen verschicken.
Vorsprung durch SMS 
Es ist ein Stück Emanzipation vor den Eltern,zum ersten Mal haben Kinder ein eigenes Medium der persönlichen,zwischenmenschlichen Kommunikation - und das an den Eltern vorbei,"bis hin zum 'Bussi', das von unter der Bettdecke aus weggeschicktwird", freut sich Professor Joachim Höflich von der UniversitätErfurt. Die "Machtgeografie" einer Familie werde damit vor eineneue Aufgabe gestellt. Erwachsene müssen zeitgerecht eineneue Medienkompetenz entwickeln. Und bis sie SMS und Emoticonsverstehen, wird es noch einige Zeit dauern. Laut einer Studievon Fessel GfK sms-en übrigens 89 Prozent der 10- bis 14-Jährigenregelmäßig. 
  
Flirt-SMS senkt die Hemmschwelle 
In dem Alter fängt man gerade an, Gefallen amanderen Geschlecht zu finden. Wie schwer ist es, dem Anderen insGesicht zu sagen "ich liebe dich" oder auch nur "ich mag dich".Eine Kurzmitteilung mit den Buchstaben "ILD" zu senden ist einfacher,und man muss keine direkte Reaktion fürchten. "Die Strukturder Liebesbriefchen, die sich Jugendliche in der Vor-SMS-Zeitzugesteckt haben, entspricht exakt den Liebes-SMS von heute",so Professor Höflich. Ein SMS hilft, Hemmungen zu überwinden.
  
SMS günstiger als Telefonieren 
Natürlich scheuen die Kids auch die hohen Gesprächskostenam Handy und wollen mit SMS Geld sparen. Bei einer gewissen Mengewird das Schicken von Kurzmitteilungen aber auch zum Kostenfaktor.Sensor Marktforschung befragte im Auftrag der mobilkom austriaKinder im Alter von 10 bis 14 Jahren zum Thema SMS und ermitteltesechs Gründe, warum Kinder so gerne SMS schreiben. Nebendem Kostenfaktor macht SMS einfach Spaß und hat eine fürKinder angemessene neue Geschwindigkeit. Kurzmeldungen am Handyzu schreiben, bietet zusätzlich eine "gewisse Überlegenheit"gegenüber den Eltern, die vielfach nicht so fingerfertigund kompetent mit dem Handy umgehen können. SMS ist fürKinder außerdem nützlich, um Peinliches oder Unangenehmeszu kommunizieren. Vor allem bei der Beziehung zum anderen Geschlechtgibt SMS Mut, Liebeserklärungen und Flirtsprüche abzusenden.Als sechsten Grund nannten die Kinder den "Weg des geringstenWiderstandes", da eine Kurznachricht verschickt werden kann, ohnemit einer direkten Reaktion des anderen rechnen zu müssen.
  
Handy in der Schule 
Kinder gehen mit dem Handy im Schulalltag relativverantwortungsbewusst um: Vor allem Jüngere schalten dasHandy sogar auf dem Weg zur Schule ab, um das Abschalten in derSchule nicht zu vergessen. "Häufig werden kurze Botschaftennach Schularbeiten an die Eltern geschrieben, hin und wieder werdenauch in den Pausen SMS an Freunde verschickt", erklärt StudienleiterinDaniele Heininger. "Der gute alte Schummelzettel wird allerdingsin nächster Zeit nicht vom SMS abgelöst werden. Besondersdie jüngeren Kinder können sich das Schummeln mit demHandy gar nicht vorstellen." 
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