02.07.2007 15:21 |

Topografie des Web

Forscher zeichnen Landkarte des Internets

Unter dem Namen "Dimes Project" haben israelische Wissenschaftler eine topografische Karte des Internets erstellt. Mit der Unterstützung von 5.600 freiwilligen Computernutzern wollen die Forscher ein möglichst umfassendes Bild über den Zustand des World Wide Webs bekommen. „Das Ergebnis ist Abbild des aktuell verfügbaren Internets“, sagt Shai Carmi, Forscher an der Bar Ilan Universität. Die Karte zeigt, wie sich die einzelnen Netzwerkknoten zum Internet zusammenschließen und kommunizieren.

„Ein besseres Verständnis der Struktur des Internets ist für die Integration von Sprache, Daten- und Video-Streams sowie die Point-to-Point oder Point-to-Many-Verteilung von Informationen sehr wichtig“, erklärt Carmi. Die Teilnehmer an diesem Forschungsprojekt müssen das Programm „Dimes agent“ herunterladen. Die Software analysiert die Internetverbindungen, indem sie Traceroute und Ping misst. Die teilnehmenden User sehen anhand einer Karte, wie das Internet von ihrem Zugangspunkt aus aussieht.

Das Web, eine dichte Anhäufung von Knotenpunkten
Die Forscher hoffen mithilfe der gesammelten Daten das Wachstum des Internets zu verstehen. „Es könnte sich herausstellen, dass ein evolutionärer Prozess die Entwicklung des Webs kontrolliert“, meint Carmi. Zudem habe diese Forschungsarbeit auch praktischen Nutzen. So ist Carmi überzeugt, dass sich die Performance des Webs mit zusätzlichen Peer-to-Peer-Kommunikationen der Knoten untereinander noch verbessern ließe. Die Forscher beschreiben das Web als eine dichte Anhäufung wichtiger Knotenpunkte. Diese sind von weniger stark verbundenen und isolierten Knoten umgeben. Daneben existiert zudem eine Schicht, die aus in einer Peer-to-peer-Architektur verbundenen Knoten besteht, sowie eigenständigen Knoten.

Es lasse sich beobachten, dass die Kommunikation der Knoten auch dann funktioniere, wenn sieben oder acht mögliche Verbindungen zu anderen Knoten getrennt werden. Allerdings wird durch die Abkoppelung die Kommunikation natürlich verlangsamt. In diesen alternativen Verbindungen sehen die Forscher eine Möglichkeit das Web effizienter zu machen. "Nutzt man diese Wege häufiger, so kommt es an kritischen Knoten weniger häufig zu Datenstaus, glaubt Carmi. (pte)

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