Di, 18. Dezember 2018

Wundmanagement

07.01.2018 06:00

"Ich kann wieder ohne Schmerzen schlafen"

Durch eine schlecht heilende Wunde am Bein wurde die Nachtruhe für die Pensionistin Anna Begovic zur Qual. Sie konnte nicht mehr im Bett liegen, weil sie unter unerträglichen Schmerzen litt. Ruhren war nur mehr im Sitzen möglich.

"Vor etwa eineinhalb Jahren (August 2016) bemerkte ich eine kleine Wunde am linken Unterschenkel. Hat zu Beginn gar nicht so schlimm ausgesehen. Die Entzündung behandelte ich mit einer Salbe. Als es nicht besser wurde, bekam ich vom Arzt Cortisonsalben verschrieben. Aber nichts half, die Haut um die Wunde wurde immer schlechter", erzählt Frau Anna Begovic, Pensionistin aus Wien. Sie hatte früher als Heimhelferin gearbeitet, ist seit 20 Jahren Diabetikerin und muss Insulin spritzen. Im Dezember 2016 traten dann heftige Schmerzen im Bein auf. Die Patientin pilgerte zu verschiedenen Ärzten und auch ins Spital. "Ich musste jeden Tag Verband wechseln, bekam starke Schmerzmittel. Es trat aber keine Besserung ein. An Schlaf war kaum zu denken, weil ich nicht länger als zehn Minuten im Bett liegen konnte. Es fühlte sich an, als würde mein Bein auf einer heißen Herdplatte liegen."

Zum Glück konnte Frau Begovic auf ihre Familie und Verwandten zählen, die sie in dieser schweren Zeit unterstützten. "Meine Schwester erledigte die Einkäufe und kochte, mein Sohn half mir beim Verbandswechsel." Im August 2017 kam die Patientin dann ins Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien. Bei der Therapie der Wunde war es vor allem einmal nötig zu klären, woher dieses "Loch" im Bein kam und warum es nicht mehr verheilte.

"Zuerst musste die Wundinfektion behandelt und die abgesonderte Flüssigkeit mit speziellen Verbänden gebunden, das heißt trockengelegt werden. Denn wenn die Wunde zu nass ist, kommt es zu einer Schädigung der Wundumgebung und zur Infektion mit sogenannten Feuchtkeimen", erklärt OA Dr. Markus Duft, Facharzt für Chirurgie und Wundmanagement vom Göttlichen Heiland. Außerdem wurde die arterielle Durchblutungsstörung im Bein durch Aufdehnung einer Arterie behoben. Aber auch die Venen waren geschädigt. Deshalb erhielt die Patientin einen speziellen Kompressionsverband mit Klettverschluss, der genau den Druck ermöglicht, der nötig ist, um das Venenleiden zu therapieren. Anschließend erfolgte noch eine Venenoperation.

Zusätzlich musste der "Zucker" besser eingestellt werden. Die Patientin arbeitete auch selbst sehr gut mit. Nach drei Wochen Behandlung im Spital hatte sie keine Schmerzen mehr und konnte endlich schlafen. "Jetzt ist es auch wieder möglich, ohne Beschwerden meinen Hobbys wie Lesen und Kartenspielen mit meiner Nachbarin nachzugehen", zeigt sich Frau Begovic ganz glücklich, denn die Wunde heilte vollständig ab!

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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