Mi, 22. August 2018

"Armutskrankheit"

12.11.2017 09:15

Lungenentzündung tödlichste Krankheit für Kinder

Jedes Jahr sterben mehr Kinder an Lungenentzündung als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen. Und das, obwohl die Krankheit behandelbar ist.

Laut dem Bericht "Fighting for Breath", den die Kinderrechtsorganisation Save the Children nun veröffentlicht hat, verlieren jedes Jahr fast eine Million Kinder unter fünf Jahren durch eine Lungenentzündung ihr Leben. Betroffen sind fast ausschließlich Kinder in den ärmsten Ländern, denen der Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen fehlt. Lungenentzündung ist eine "Armutskrankheit", heißt es in dem Bericht.

99 Prozent der Todesfälle in den ärmsten Ländern der Welt
Demnach starben im Jahr 2015 insgesamt 920.000 Kinder unter fünf Jahren an Lungenentzündung - zwei Kinder jede Minute. 99 Prozent der Todesfälle würden in den ärmsten Ländern der Welt verzeichnet. Mehr als 80 Prozent der Kinder, die an Lungenentzündung sterben, erleben dem Bericht zufolge nicht einmal ihren zweiten Geburtstag. Die kleinsten Kinder seien bei einer Infektion besonders gefährdet: Viele von ihnen hätten durch Mangelernährung oder unzureichende Versorgung mit Muttermilch ohnehin ein geschwächtes Immunsystem.

Krankheit vermeid- und behandelbar
"Die Krankheit lässt die betroffenen Kinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln", beschreibt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, die Situation. "Es ist nicht hinnehmbar, dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, obwohl wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt." Laut Save the Children kostet eine Behandlung mit Antibiotika lediglich 34 Cent und kann ein erkranktes Kind in drei bis fünf Tagen heilen.

Die neuesten Forschungsergebnisse aber lassen eine erneute Verschlimmerung der Lage befürchten: Bis zum Jahr 2030 könnten demnach 735.000 weitere Kinder an Lungenentzündung sterben, wenn "das aktuelle Schritttempo beibehalten wird". Die Organisation verweist darauf, dass die Weltgemeinschaft damit ihr vor zwei Jahren in der Agenda 2030 vereinbartes Ziel verfehlt, dass bis zum Jahr 2030 kein Kind mehr an einer vermeidbaren Krankheit stirbt.

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