So, 19. August 2018

krone.at-Test

19.08.2017 06:00

Huawei Watch 2: Fitness-Zentrale am Handgelenk?

Der chinesische Mobilfunkriese Huawei verkauft seit kurzem die zweite Generation seiner Android-Wear-Uhr in Österreich. Die Huawei Watch 2 legt den Fokus im Vergleich zum Vorgänger stärker auf Fitness-Funktionen und bietet nebst Pulsmesser nun auch GPS-Empfang. Wie sie sich im Alltag schlägt, hat krone.at getestet.

Die zusätzlichen Funktionen machen die Huawei Watch 2 etwas klobiger als den Vorgänger. Während die Huawei Watch Classic 1,1 Zentimeter dick ist, sind es bei der neuen Version 1,25 Zentimeter. Das Display ist derweil etwas geschrumpft, von 1,4 auf 1,2 Zoll. Die Auflösung der Huawei Watch 2 beläuft sich auf 390 mal 390 Pixel, als Bildschirmtechnologie kommt AMOLED zum Einsatz. Der Akku ist 420 Milliamperestunden groß.

1,1-Gigahertz-CPU, wasserdicht für 30 Minuten
Der Snapdragon-Wear-Prozessor in der Huawei Watch 2 taktet mit vier Mal 1,1 Gigahertz, der RAM ist 768 Megabyte groß. WLAN und Bluetooth 4.1 sind an Bord, NFC ebenfalls. Das Gerät hat Beschleunigungs- und Lagesensoren, Kompass, Pulsmesser, Barometer, Lichtsensor und - neu - GPS und das russische Pendant GLONASS. Das Gehäuse ist nach IP68-Norm wasserfest, übersteht kurze Tauchgänge von bis zu 30 Minuten. Lautsprecher und Mikro machen die Uhr zum Telefon. Der interne Speicher ist mit vier Gigabyte eher mager bemessen, zumal das Betriebssystem schon die Hälfte davon benötigt.

Verarbeitung macht gemischten Eindruck
In puncto Verarbeitung macht die Huawei Watch 2 einen zwiespältigen Eindruck. Das Gehäuse selbst wirkt stabil und ist sauber verarbeitet, gefertigt ist es teilweise aus Keramik. Schade: Der Drehring ums Display lässt sich nicht drehen, dabei hätte Rivale Samsung gezeigt, dass das die Bedienung einer Smartwatch enorm erleichtert. Das mitgelieferte Gummiarmband macht überdies angesichts eines Preises von über 300 Euro einen eher billigen Eindruck, kann aber gegen ein handelsübliches 22-Millimeter-Uhrband getauscht werden. Zwei Knöpfe an der Geräteseite führen ins App-Menü oder auf den Home Screen oder starten die Fitness-Funktionen.

Android-Wear-typische Funktionen
Apropos Funktionen: Hier bietet die Huawei Watch 2 das, was man auch von anderen Android-Uhren kennt. Sie zeigt Benachrichtigungen vom Smartphone an, hilft bei Bedarf bei der Handysuche, synchronisiert sich mit Google Fit, erlaubt die rudimentäre Beantwortung von Nachrichten und SMS und - das ist neu in Android Wear 2.0 - gewährt Zugang zum Google Play Store, wo es eine Handvoll direkt für Android-Uhren optimierter Apps gibt.

Rudimentäre Sprachbedienung an Bord
Per Sprachbedienung darf man rudimentäre Aufgaben erledigen - etwa den Wetterbericht aufrufen, SMS diktieren oder Rechenaufgaben lösen lassen. Zumindest, wenn die Spracherkennung zuverlässig funktioniert, was in unserem Test nicht immer reibungslos funktioniert hat. Auswechselbare Ziffernblätter und Sport-Tracking-Funktionen sind an Bord. Während etwa die Google-Fit-App am Handy auch ohne zusätzliche Smartwatch Schritte zählt, bekommt man mit Uhr detailliertere Infos - bis hin zur durchschnittlichen Geschwindigkeit beim Laufen oder Radfahren und der Entwicklung der Herzfrequenz.

Vergleichsweise präzise Pulsmessung
Generell erschien uns GPS und Pulsmessung bei der Huawei Watch im Test recht präzise: Die ermittelten Herzfrequenzwerte erschienen realistisch, dürften aber durch den optischen Sensor nicht die Präzision erreichen, die man bei Nutzung einer spezialisierten Laufuhr in Kombination mit einem Brustgurt erhält. Die GPS-Daten sind präzise und erlauben, Routen nachzuverfolgen.

Bedienung und Akku als Knackpunkt
Knackpunkt an der Huawei Watch 2: Die Bedienung mit Wischgesten erlaubt am winzigen Uhrendisplay nur rudimentäre Aktionen, das runde Display verschluckt überdies manche Bedienelemente. Für viele Aufgaben wird man da dann doch lieber das Smartphone hervorkramen. Außerdem teilt die Huawei Watch 2 ein Problem, das die ganze Gerätekategorie plagt: die geringe Akkulaufzeit. Wer das Gerät viel nutzt, wird es mit der beiliegenden proprietären Ladeschale täglich aufladen müssen, zwei Tage Betrieb schinden nur sparsame User heraus.

Fazit: Optisch und haptisch hat uns die erste Huawei Watch fast etwas besser gefallen als die zweite Generation: Bei einem Preis von über 300 Euro wirkt das Gummiarmband nicht besonders edel, das etwas dickere Gehäuse mit dem nicht drehbaren Drehring ist näher an einer dicken Outdoor-Uhr als an einem kompakten Zeitmesser. Der Funktionsumfang von Android Wear nimmt zwar zu, eine echte Killer-Applikation, wie sie die ganze Gerätekategorie dringend brauchen würde, fehlt uns aber. Die Sport-Features sind solide, wer es mit der Leistungsdatenmessung ernst meint, wird dann aber wohl doch zu womöglich mit Brustgurt gekoppelten spezialisierten Fitness-Uhren greifen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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