Mi, 14. November 2018

Trend-Micro-Studie

15.07.2017 06:00

Krieg im Darknet: Rivalität im Cyber-Untergrund

Die Kunde vom Darknet, dem verborgenen Winkel des Internets, in dem sich Pädophile tummeln, Auftragskiller ihre Dienste anbieten und Drogendealer ihre Ware verkaufen, hat sich unter Kriminellen schnell verbreitet. Immer mehr Ermittler nehmen deshalb den Cyber-Untergrund ins Visier. Doch nicht nur sie versuchen, Darknet-Angebote zu infiltrieren. Eine Studie zeigt, dass auch die Kriminellen selbst einen versteckten Krieg untereinander führen.

Zu dieser Erkenntnis kommt der IT-Sicherheitsspezialist Trend Micro, der gemeinsam mit den Experten Onur Catakoglu und Davide Balzarotti die erste Studie zu Hacker-Aktivitäten im Darknet durchgeführt haben. Ihre Erkenntnis: Der Zusammenhalt zwischen Cyberkriminellen ist offenbar ziemlich gering. Vielmehr versuchen manche von ihnen, die Angebote ihrer Gegner zu unterwandern und sie aus dem Verkehr zu ziehen.

Honeypot-Server als Köder für Hacker
Den Beweis haben die Forscher mit einem sogenannten Honeypot angetreten. Dabei wird eine Köder-Website online gestellt und überwacht. Die Cyberangriffe, die Forscher bei solchen Honeypots beobachten, muss man auch bei regulären Websites erwarten. Im durch Suchmaschinen erschlossenen Teil des Internets ist diese Methode gängige Praxis, im Darknet wurde sie bisher aber nicht angewandt.

Beim Experiment mit ihrem Darknet-Honeypot beobachteten die Forscher einerseits automatisierte Angriffe, wie man sie auch bei Websites außerhalb des Darknet verzeichnet. Hier schlüpfen die Attacken durch sogenannte TOR-Proxies, also Verbindungsdienste zwischen normalem Web und Darknet, in den digitalen Untergrund. Interessanter waren allerdings die gezielten Attacken menschlichen Ursprungs, die entdeckt wurden.

Darknet-Hacker gehen äußerst vorsichtig vor
Insgesamt haben Angreifer 287 Dateien auf den Honeypot hochgeladen. Die Uploads zeugen davon, dass die Angreifer sich den Honeypot-Server genau angesehen haben: Zwar haben Dutzende Hacker die aufgestellten Köder inspiziert, die meisten löschten ihre bereits hochgeladenen Daten aber sofort wieder, als sie bemerkten, was es mit dem Server auf sich hatte. Andere hinterließen Botschaften - oder leiteten den Traffic vom Honeypot auf Pornoseiten um.

Diese Infografik erklärt, was es mit dem Darknet auf sich hat. Es ist die unterste Schichte des Internets: Ganz oben surfen Normalnutzer im sogenannten Surface Web, das durch Suchmaschinen erschlossen ist. Im darunter liegenden Deep Web finden sich Angebote, die nicht durch Suchmaschinen besucht werden - etwa, weil eine Registrierungspflicht herrscht. Ganz unten ist schließlich das Darknet, das nur mit Hilfsmitteln wie TOR zugänglich ist. Hier tummeln sich all jene, denen Anonymität ein Anliegen ist - sei es, weil sie illegalen Geschäften nachgehen oder weil sie sich staatlichen Repressionen entziehen wollen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Eklat bei Bayern
TV-Experten geohrfeigt: Ribery entschuldigt sich
Fußball International
Urteil in St. Pölten
Mit Pkw auf Ex-Freund und neue Freundin zugerast
Österreich
Mit Probeführerschein
Lenker (20) raste Polizei im 244-PS-Audi davon
Oberösterreich
Fußprellung
Deutschland gegen Russland ohne Dortmund-Star Reus
Fußball International
Als Sportdirektor
Nächster Paukenschlag! Rieds Schiemer schmeißt hin
Fußball National
EU-Sorgenkind Italien
Österreich würde Defizitverfahren unterstützen
Österreich
„Tagwache“-Serie
Bundesheer-Offensive mit Kratky sprengt Rekorde
Österreich
Für 575.000 Euro
Kurios! Trainer-Legende zieht ins Dschungel-Camp
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.