Mo, 17. Dezember 2018

Kalenderwoche 20

19.05.2017 09:34

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

After juckt
Friederike V.: "Seit rund einem Jahr brennt und juckt mich die Haut rund um den After schier unerträglich. Man sieht nur ein paar kleine Wimmerl. Ich habe das Toilettenpapier gewechselt und verschiedene Salben probiert - alles erfolglos. Ich habe Hemmungen, zum Arzt zu gehen. Können Sie einen Rat geben?"

Zunächst möchte ich vorausschicken, dass diese Erscheinung sehr weit verbreitet ist. Leider hindert Schamgefühl die Betroffenen oft daran, sich an einen Arzt zu wenden. Ich rate hier aber dringend, diese Hemmungen zu überwinden, und vertrauensvoll einen Hautarzt aufzusuchen!

Ohne exakte Diagnose kann nämlich keine konkrete Behandlung erfolgen. Juckreiz im After ist keine eigenständige Erkrankung, sondern kann als Symptom verschiedenster Ursachen auftreten. Zu den häufigsten zählen Hämorrhoiden, übermäßiges Schwitzen, falsche Hygiene oder Wurmerkrankungen. Ebenso müssen aber eine Pilzinfektion und eine Kontaktallergie ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus kommen noch eine Reihe dermatologischer Erkrankungen als Auslöser des Analekzems in Frage. Das muss im Zuge einer genauen Untersuchung abgeklärt werden. Die Therapie richtet sich dann naturgemäß nach der Diagnose. Vor allem beim chronischen Analekzem können Rückfälle auftreten.

Mein allgemeiner Rat: Feuchtes Toilettenpapier, Seifen und Duschgels in dieser intimen Gegend meiden! Reinigung mit lauwarmem Wasser ist empfehlenswert und genügt vollkommen.

Dr. Claudia Heller-Vitouch
Fachärztin für Haut und Geschlechtskrankheiten aus Wien.
Information:www.heller-vitouch.at

Ader im Kopf geplatzt
Gerhard A. (58): "Mir ist vor fünf Jahren ein Blutgefäß im Kopf geplatzt. Festgestellt wurde ein sogenanntes Aneurysma. Ich habe zum Glück überlebt, mache mir aber jetzt darüber Gedanken, wie meine Chancen für ein weiteres, schönes Leben sind."

Unter einem Aneurysma versteht man die krankhafte Ausbuchtung eines Blutgefäßes. Das kann angeboren sein oder es führt eine Wandschwäche im Laufe der Jahre zur zunehmenden Ausstülpung der Gefäßwand. An der erweiterten Stelle ist die Arterie dünner und kann platzen. Die dabei entstehenden Blutungen können lebensgefährlich sein.

Die Operation eines Aneurysmas bedeutet jedoch vollständige Heilung und in Zukunft kein größeres Risiko als bei Gesunden. Normalerweise werden im Zuge der Behandlung auch alle anderen Blutgefäße im Schädel untersucht und dadurch weitere Aneurysmen ausgeschlossen.

OA Dr. Gedeon Perneczky
Facharzt für Neurochirurgie aus Wien
Informationen: praxis@praxisperneczky.at

Laser bei Kurzsichtigkeit?
Christian H. (23): "Ich überlege, ob ich mir die Augen wegen meiner Kurzsichtigkeit lasern lassen soll. Welche Voraussetzungen müssen für diesen Eingriff gegeben sein? Welche Kosten entstehen? Würde die Krankenkassa diese Operation bezahlen?"

Um für eine Laserbehandlung geeignet zu sein, müssen die Dioptrien der Brille zwei Jahre unverändert sein. Auch dürfen keine anderen Augenerkrankungen vorliegen. In der Regel wird die Behandlung bis etwa -7 Dioptrien durchgeführt, um Sicherheit für die Stabilität nach der Therapie zu haben. Sollte der Unterschied der Fehlsichtigkeit zwischen beiden Augen mehr als 3 Dioptrien betragen oder eine medizinische Notwendigkeit für den Eingriff bestehen, kann er über die Krankenkassen abgerechnet werden. Am besten holt man die Meinung zweier Laserzentren bzw. Augenabteilungen ein, um einen Überblick über die Kosten zu erhalten.
Wichtig neben der präzisen Behandlung sind sorgfältige Voruntersuchungen und eine gute Nachbetreuung.

Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder
Fachärztin für Augenheilkunde aus Wien
Informationen: 01/4056402, www.susannebinder.com

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