07.04.2017 17:00 |

Kalenderwoche 14

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragestellungen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Vorhofflimmern
Bernhard T. (75): "Ich habe seit einigen Monaten Vorhofflimmern. Therapie: Concor, Xarelto und Eplerenon Genericon. Kann ich wieder ganz gesund werden? Erfolgt mit den genannten Medikamenten eine gute Behandlung?"

Im Rahmen des Vorhofflimmerns bewegt sich die Muskulatur eines Herzvorhofes unrhythmisch und so schnell, dass sich der Muskel nicht mehr zusammenziehen und seine Aufgabe als "Pumpe" nicht mehr zu erfüllen vermag. Als Folge können sich Blutgerinnsel im Vorhof selbst oder im von diesem ausgehenden "Herzohr" bilden. Lösen sich diese Blutpfropfen, gelangen sie als Embolie in die Hauptschlagader (Aorta) und können unter anderem einen Schlaganfall verursachen.

Ziel der lebenslänglichen Behandlung ist einerseits die Erhaltung einer normalen Herzfrequenz (60 bis 80 Schläge in der Minute), andererseits die Verhinderung von Komplikationen wie eben Embolien durch Medikamente zur Blutverdünnung. Für die Normalisierung der Herzfrequenz bzw. Vermeidung plötzlich überschießender Pulsanstiege unter Belastung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Die Wahl trifft der behandelnde Arzt anhand der jeweiligen Ursache der Krankheit und unter Berücksichtigung eventueller Begleiterkrankungen.

Die hier verordneten Präparate werden überall erfolgreich eingesetzt. Der Vorteil neuerer Medikamente zur Blutverdünnung (wie etwa Xarelto) besteht darin, dass keine häufigen Laborkontrollen mit ständigen Anpassungen der Dosis mehr nötig sind.

Vorhofflimmern ist also zwar nicht grundsätzlich heilbar, man kann aber bei entsprechender medikamentöser Therapie ein weitgehend normales Leben führen.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Stefenelli
Facharzt für Kardiologie aus Wien.
Informationen: thomas.stefenelli@wienkav.at

Hüftprobleme
Ilse S. (62): "Ich leide seit einiger Zeit an Hüftschmerzen links außen mit Ausstrahlung in den Oberschenkel. Empfohlen wurde mir Voltaren und Gymnastik. Der Schaden am Gelenk ist laut Röntgenbefund nicht so arg. Was kann man noch tun?"

Anhand der vorliegenden Befunde und auch der Symptome kann man davon ausgehen, dass die Ursache der Schmerzen im Bereich des Ansatzes beim mittleren und kleinen Gesäßmuskel zu suchen ist. Ausgelöst durch Störungen in der Hüfte, des Kreuzdarmbeingelenkes oder der unteren Lendenwirbelsäule. Von großer Bedeutung sind hier Infiltrationen nach einer von mir entwickelten Methode, die viele meiner Schüler praktizieren. Anschließend ist ein intensives Übungsprogramm unbedingt sinnvoll.

Prof. Dr. Hans Tilscher
Facharzt für Orthopädie, Wien.
Informationen: 012783127

Frage zu Pflanzenpräparat
Erika V.: "Mein Mann, 71 Jahre alt, hatte innerhalb von drei Monaten drei schwere Operationen: Zuerst wurde der Magen entfernt, dann hat sich der Dünndarm verschlungen. Deshalb musste er noch ein weiteres Mal operiert werden. Ihm wurde nun Ultra Curcumin 2800 empfohlen. Was halten Sie davon?"

Durch die Entfernung des Magens werden natürlich die Verdauungsvorgänge gestört. Vor allem die fehlende Zwischenspeicherung der aufgenommenen Nahrung im Magen wirkt sich nachteilig aus. Daher soll man in solchen Fällen täglich mehrmals kleine Portionen essen, um das Verdauungssystem nicht zu überfordern.

Eventuelle Beschwerden lassen sich mit verschiedenen Arzneipflanzen bzw. ihren Auszügen lindern. Eine davon ist traditionell die Gelbwurz (Curcuma longa), die in vielen Arzneibüchern beschrieben wird. Einsatzgebiete sind unter anderem auch Leber- und Gallenprobleme durch unzureichende Produktion von Galle, wie diese Flüssigkeit genannt wird.

In Österreichs Apotheken ist zum Beispiel ein Arzneimittel in Tropfenform (Apozema Verdauungstropfen) erhältlich. Es enthält einen öligen Auszug der Gelbwurz. Die hier erwähnten Kapseln befinden sich im Qualitätsrahmen der Europäischen Arzneimittelbehörde für diese Wurzel. Man kann also Vertrauen dazu haben.

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement
Pharmazeut aus Wien.
Informationen: alf.klement@aon.at

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