Mi, 15. August 2018

Vernetztes Rad

06.12.2016 15:44

Pedal digital: Das Fahrrad wird "smart"

Autos sind vernetzt, Traktoren und Lkw ebenso - nur das Fahrrad ist bisher von der Digitalisierung weitgehend ausgenommen. Doch das soll sich in den kommenden Jahren ändern. Erste Hersteller der gehobenen Preisklasse bieten bereits "smarte" Räder an, die Einführung auf dem Markt für breitere Käuferschichten soll bald folgen.

"Wir arbeiten an der Entwicklung eines Connected Bike", sagt Georg Honkomp, Chef der Einkaufsgemeinschaft ZEG. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss von knapp 1000 Fahrradhändlern und lässt die weit verbreiteten Marken Pegasus und Bulls produzieren. "Ich denke, dass wir das im nächsten Jahr einführen können, den Durchbruch erwarte ich in zwei bis drei Jahren."

Navi, Diebstahlsicherung und mehr
Die denkbaren Funktionen digital vernetzter Fahrräder sind vielfältig, vom Navi bis zum über Sensor gesteuerten Bremslicht. Die Ingenieure und Entwickler der Branche haben vor allem dreierlei im Blick: Sicherheit, Leistungsmessung und Gesundheitsdaten, sowie den Service. So bietet der kleine niederländische Edelhersteller Vanmoof digitale Diebstahlsicherung: Im Rahmen ist ein GPS-Chip eingebaut, mit dessen Hilfe das Fahrrad jederzeit geortet werden kann, das Schloss lässt sich per Handy elektronisch verriegeln.

Knackpunkt Stromversorgung
"Das erlaubt es dem Kunden, ein besseres Rad zu fahren, ohne Angst zu haben, dass es gestohlen wird", sagt Marketingdirektor Dave Shoemack. Und hilfreich sei die GPS-Ortung auch für den zerstreuten Radbesitzer, der routinemäßig vergisst, wo er sein Zweirad abgestellt hat, meint der neuseeländische Manager. Ein technisches Problem ist die Stromversorgung. "Man braucht entweder ein E-Bike oder einen ausreichend starken Dynamo, um den Energiebedarf von Bluetooth, GPS etc. zu decken", sagt Shoemack.

Die ZEG nimmt bessere Wartung und Kundendienst ins Visier: Ein digitales Rad könne "beispielsweise den Service verständigen, wenn die Bremsen verschlissen sind", sagt Vorstandschef Honkomp. "Es kann auch nach einem Sturz automatisch einen Notruf absetzen."

Und da viele Freizeitsportler inzwischen per Handy, Fitness Tracker oder Smart Watch eine ebenso intensive Selbstbeobachtung betreiben wie Profis, sollen digital vernetzte E-Bikes auch die Leistungsdaten des Körpers messen können. Und abgesehen davon kann ein digitales Fahrrad für den radelnden Geschäftsmann die gleichen Funktionen übernehmen wie eine Smart Watch: "Das Rad sagt dir, wann du zum nächsten Termin musst", sagt Shoemack.

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