Mi, 15. August 2018

Mann vor Gericht

23.11.2016 09:13

24-Jähriger machte YouTuber das Leben zur Hölle

Computerbetrug, Datenmissbrauch, Volksverhetzung, Gewaltdarstellung, Verbreitung von Kinder- und Tierpornografie - die Liste der Anklagepunkte gegen einen 24-Jährigen in Deutschland ist lang. Der Mann muss sich wegen zahlreicher Straftaten seit Dienstag vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Vor allem einem YouTuber soll er das Leben zur Hölle gemacht haben.

Die bayerische Spezialstaatsanwaltschaft für Internetkriminalität - die sogenannte Zentralstelle Cybercrime - in Bamberg wirft dem Mann Straftaten verschiedenster Art zwischen Jänner 2015 und Februar 2016 vor: Der 24-Jährige soll beispielsweise unterschiedlichste Dinge im Internet bestellt haben und an völlig Unbedarfte geschickt habe - von Schweine-Innereien über getragene Socken bis zu Gegenständen mit rassistischem Bezug und Chemikalien zum Bombenbau.

Vor allem einem YouTuber aus Franken soll er so das Leben schwer gemacht haben. Zusammen mit Komplizen soll er bei diesem durch einen falschen Notruf auch einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz ausgelöst haben. Die Ermittler nennen dies "Swatting" (von der amerikanischen Abkürzung SWAT für eine Spezialeinheit). Laut Anklage schickte er mit Verweis auf den YouTuber zudem eine Bombendrohung an die Lufthansa und zeigte den Mann zu Unrecht wegen Vergewaltigung eines Kindes an.

Bestellbetrug, Hetze und Kinderpornografie
Um Geld zu verdienen, soll der 24-Jährige darüber hinaus im Internet zahlreiche Computer, Kameras und andere Elektrogeräte bestellt haben, die nicht bezahlt wurden und an andere Empfänger gingen. Dafür bekam er Provisionen. Über das sogenannte Darknet wurden diese Waren dann ins Ausland weiterverkauft. Der Angeklagte soll zudem gegen Flüchtlinge und Muslime gehetzt und Hinrichtungs-Videos und Kinderpornografie veröffentlicht haben.

Angeklagtem drohen bis zu viereinhalb Jahre Haft
Für den Prozess sind zahlreiche Termine bis Ende April 2017 geplant. Noch vor Prozessbeginn hatten sich Gericht, Anklage und Verteidigung auf einen Strafrahmen verständigt: Wenn der 24-Jährige ein Geständnis ablegt, könnte er zu einer Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten und viereinhalb Jahren verurteilt werden. Der Angeklagte machte daraufhin bei der Polizei eine umfangreiche Aussage.

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