26.07.2016 13:53 |

Jobabbau droht

Roboter ersetzen in Zukunft die Hausmeister

Saug- und Rasenroboter sind die ersten Vorboten einer Technik-Revolution im Gebäudemanagement, die zu einem massiven Personalabbau bei niedrigst qualifizierten Jobs führen wird, befürchtet der Leiter des Instituts für Immobilien und Facility-Management an der TU Wien, Professor Alexander Redlein. Dem Experten nach sollen durch die Automatisierung rund fünf Millionen Jobs in Europa gefährdet sein.

Redlein schätzt, dass in Europa rund 30 Prozent der Beschäftigten in der Branche durch die Automatisierung wegfallen könnten. Das wären dann in etwa fünf Millionen zusätzliche Arbeitslose. Ein Vielfaches dessen, was zuletzt an Zuwanderung nach Europa gekommen ist, rechnet Redlein vor: "Dagegen ist das ein Lercherlschas."

Viele Beschäftigte würden auch nicht in anderen Jobs einsetzbar sein, weil sie de facto Analphabeten seien. Redlein berichtet von einer defekten Warnanlage in einem Kindergarten, deren Fehlerbeseitigung daran scheiterte, weil der zu Hilfe geholte Elektriker die Warnanzeige "EV-Problem" als EDV-Problem ansah und er ja kein Computertechniker sei. In Wirklichkeit hatte die Anzeige ein Energieversorgungsproblem.

Aber die Digitalisierung könnte auch zu einer Rückkehr des Hausmeisters führen - der dann nur einfachste Tätigkeiten zur Unterstützung der Roboter vornimmt, inder er sie zum Beispiel wieder aufstellt, wenn sie mal umgekippt sind, so Redlein schmunzelnd.

Laut Redlein sind in Österreich rund 270.000 Personen im Gebäude-Dienstleistungsbereich beschäftigt, der Jahresumsatz liegt bei 15 Milliarden Euro. "Das entspricht rund neun Prozent der gesamten heimischen Wertschöpfung aus den Bereichen Handel, Industrie, Dienstleistungen und Baugewerbe", rechnet er vor.

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